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Reaktionen auf Jürgens' Tod "Er wusste wahnsinnig viel übers Leben"

Nach dem Tod von Udo Jürgens zeigen sich etliche Wegbegleiter geschockt. Bundespräsident Gauck kondoliert, Franz Beckenbauer postet ein Foto mit ihm und Joachim Löw verneigt sich.

Nach dem Tod von Udo Jürgens hat Bundespräsident Joachim Gauck dessen Tochter Jenny sein Beileid ausgesprochen. "Mit Udo Jürgens ist ein Großer des deutschen Chansons gestorben. (...) Seine Lieder haben uns alle begleitet und erfreut, manchmal auch getröstet und nachdenklich gemacht", schrieb Gauck in einem Kondolenzschreiben.

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Tochter Jenny Jürgens traf die Nachricht vom Tod ihres Vaters völlig unvorbereitet, wie ihr Düsseldorfer Management mitteilte. "Der Schmerz und die Traurigkeit sind groß. Ihr ganzes Ansinnen gilt im Moment ihrer Familie, der sie nun in dieser schwierigen Zeit nahe sein möchte", hieß es.

Auch Bundestrainer Jogi Löw war ein Bewunderer der Musiklegende. "Er war ein großartiger Künstler und ich fand, auch ein großartiger Mensch", sagte Löw am Rande der Wahl der "Sportler des Jahres" am Sonntagabend in Baden-Baden. "Er wusste wahnsinnig viel über's Leben", sagte Löw. Die dreifache Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch widmete Udo Jürgens spontan ihre Auszeichnung zur "Sportlerin des Jahres".

"Ich kann nicht fassen, dass es so plötzlich passiert ist", sagte auch Jürgens' Bruder, der Maler Manfred Bockelmann, der Nachrichtenagentur APA. Die Nachricht sei "ein großer Schock für die Familie". Mehr könne er zunächst nicht zum Tod seines Bruders sagen, ergänzte der 71-jährige Künstler, der mit seiner Familie in Kärnten in Österreich lebt. Jürgens hatte Manfred Bockelmann mit seinem Lied "Mein Bruder ist ein Maler" 1977 ein musikalisches Denkmal gesetzt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte den Sänger und Komponisten als "Ausnahmekünstler". "Udo Jürgens hat uns über Jahrzehnte mit seinen Liedern und Chansons tiefgründig und zugleich leicht unterhalten", erklärte Grütters. "Der Schlager bekam durch ihn eine neue Qualität." Mit seinen Liedern seien "ganze Generationen durchs Leben gegangen". Jürgens habe es verstanden, "einem Millionenpublikum lustige, bewegende, aber auch nachdenkliche Geschichten nahezubringen".

Fußball-Ikone Franz Beckenbauer twitterte ein Bild, auf dem er und Jürgens in Trainingsjacken zu sehen sind. "Eine schreckliche Nachricht: Mein Freund Udo Jürgens ist tot - ich bin erschüttert und tieftraurig", schrieb Beckenbauer dazu.

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor erklärte: "Über Generationen hinweg hat er die Menschen mit seiner Musik und seiner Persönlichkeit begeistert." Die ARD trauere um einen großen Künstler. "Wir werden ihn sehr vermissen."

Der Hamburger Veranstalter des Musicals "Ich war noch niemals in New York" hat betroffen auf den Tod von Udo Jürgens reagiert. "Seit der Uraufführung von 2007 haben wir mit ihm eng zusammenarbeiten dürfen. Seine Professionalität und Genialität haben uns alle immer tief beeindruckt und inspiriert", erklärte die Geschäftsführerin von Stage Entertainment, Uschi Neuss.

Auch Udo Lindenberg zeigte sich betroffen. "Bin tief geschockt.", schrieb der in Hamburg lebende Rocksänger auf Twitter. "Es ist, als wäre ein Familienmitglied von uns gegangen", fügte Lindenberg hinzu.

Nach dem plötzlichen Tod von Udo Jürgens ist noch völlig unklar, wo und in welchem Rahmen der Entertainer beigesetzt wird. "Es ist noch zu früh. Wir wissen es noch nicht", sagte ein Sprecher seines Managements am Montag. Der gebürtige Österreicher hatte in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz gelebt. Dort war er am Sonntag bei einem Spaziergang in Gottlieben am Bodensee zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Bei ihm war sein Fahrer, berichtete sein Manager.

Quelle: n-tv.de

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