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Drei Jahre Haft für Tanzvideos Erneut Influencerin in Ägypten verurteilt

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Manar Sami

(Foto: Tiktok)

In ihren Tiktok-Videos tanzt eine junge Frau vor der Kamera und bewegt ihre Lippen zu Popsongs. Aus Sicht der ägyptischen Justiz hat die Influencerin damit gegen die "öffentliche Moral" verstoßen. Sie verurteilt Manar Sami zu drei Jahren Gefängnis.

In Ägypten ist die sechste Influencerin binnen einer Woche zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Manar Sami sei wegen "Anstiftung zur Ausschweifung und Unmoral" zu drei Jahren Haft verurteilt worden, verlautete aus Justizkreisen. Zudem muss sie eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 ägyptischen Pfund (16.000 Euro) zahlen. Das Urteil kann angefochten werden.

Sami wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Anfang Juli wegen ihrer Videos im Online-Dienst Tiktok verhaftet. In den Clips tanzt sie und bewegt zu Popsongs ihre Lippen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wurden die Videos "zum Zwecke der Prostitution" gemacht und stellen einen "Verstoß gegen die öffentliche Moral" dar.

Mehr als 5000 Follower? Verdächtig.

Erst am Montag waren fünf ägyptische Influencerinnen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die bekannten Bloggerinnen Hanin Hossam und Mowada al-Adham sowie drei weitere Internet-Bekanntheiten sollen ebenfalls gegen die "öffentliche Moral" verstoßen haben. Al-Adham hatte in ihren Videos mal in einem Hai-Kostüm oder blau gefärbten Haaren in einem Luxusauto posiert. Auch eine Verkleidungsshow findet sich in ihrem Video-Archiv. Von politischem Aktivismus wie ihn Influencer wie der deutsche Rezo in seinen Videos betreibt, ist in den Clips der Ägypterinnen keine Spur. Trotzdem soll die Studentin Al-Adham nach dem Urteil aus der vergangenen Woche nun für zwei Jahre ins Gefängnis und ebenfalls eine Strafe von 300.000 Pfund zahlen.

Die Regierung in Ägypten geht mit großer Härte gegen Internet-Aktivisten vor. Ein 2018 eingeführtes Gesetz erlaubt die Zensur von Websites, die als Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachtet werden, sowie die Überwachung von Internetnutzern, die mehr als 5000 Fans in den Online-Diensten haben.

Rund 40 Prozent der Ägypter haben Zugang zum Internet. Im arabischen Frühling 2011 spielten Online-Dienste wie Twitter oder Facebook eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung von Demonstranten.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP