Unterhaltung

OZ ist tot Hamburg verliert seinen berühmten Sprayer

OZ_palette.jpg

Walter F., alias OZ, ließ sich nicht gerne fotografieren. Hier in einer Galerie im Hamburger Schanzenviertel.

(Foto: picture alliance / dpa)

OZ war nicht nur in Hamburg ein bekannter Sprayer. Dutzende Male stand er vor Gericht, kaum ein Ort, an dem er nicht sein Pseudonym hinterließ. Nun ist der 64-Jährige von einer S-Bahn erfasst worden - als er gerade beim Sprayen war.

oz.jpg

Bei einer der zahlreichen Gerichtsverhandlungen gegen OZ.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hamburgs bekanntester Sprayer OZ ist beim Sprühen tödlich verunglückt. Der 64-Jährige sei bei einem Unfall mit einer S-Bahn ums Leben gekommen, sagte eine Sprecherin der Hamburger Polizei. Eine Bahn soll ihn erfasst haben. Er sei sofort tot gewesen. Die Leiche wurde nach Angaben der Bundespolizei am Donnerstagabend zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Berliner Tor entdeckt. Am Unglücksort habe eine Sprühdose gelegen. Auch das Tag, sein Schriftzeichen "OZ", war an der Abdeckung einer Stromschiene zu sehen.

Der Sprayer hatte es unter seinem Pseudonym zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Seine Werke hatten die Debatte befördert, ob Graffiti als Kunst oder Sachbeschädigung zu werten sei.

Unbestätigten Medienberichten zufolge soll er seinen Tag hunderttausendfach in Hamburg verbreitet haben. Zunächst sprühte er nachts Smileys auf Verkehrsschilder, später auch "OZ"-Schriftzüge, Kringel, Spiralen und Punkte.

Umstrittene Werke

In Hamburg sind die Arbeiten von OZ so allgegenwärtig wie umstritten. Unterstützer sehen in ihm einen Streetart- und Graffiti-Künstler und verweisen auf einen Konflikt zwischen dem Grundrecht auf Kunstfreiheit und dem Grundrecht auf Eigentum.

OZ hatte seine Motivation einmal damit begründet, "die Stadt zu verschönern" und die "Menschen zum Lächeln zu bringen. Er fühlte sich als Stadtgestalter und sah sich selbst als "Kämpfer gegen die Normen deutscher Sauberkeit".

Der Sprayer hatte Dutzende Male wegen Sachbeschädigung vor Gericht gestanden und war immer wieder zu Haft-, Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt worden. Auch die private Hamburger S-Bahn-Wache beobachtete OZ regelmäßig und stellte ihn mehrmals im Stadtgebiet. 1999 wurde er von Mitarbeitern der S-Bahn-Wache so schwer misshandelt, dass er ins Krankenhaus musste, später erstattete er Anzeige. Die beiden Sicherheitsleute wurden wegen Verstoßes gegen Dienstvorschriften entlassen und erhielten Freiheitsstrafen in Höhe von 14 und 18 Monaten. Im selben Jahr wurde OZ zu insgesamt 21 Monaten Haft verurteilt.

Quelle: ntv.de, ppo

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.