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In zahllosen TV- und Theaterprodutktionen spielte Rehberg mit - Aufhören kam für ihn nicht infrage: "Entsetzlich! Ich kann ja gar nichts anderes", sagte er einmal.
In zahllosen TV- und Theaterprodutktionen spielte Rehberg mit - Aufhören kam für ihn nicht infrage: "Entsetzlich! Ich kann ja gar nichts anderes", sagte er einmal.(Foto: imago/Manfred Siebinger)
Donnerstag, 09. November 2017

Bekannter TV- und Theatermime: Hans-Michael Rehberg ist tot

Über Jahrzehnte spielt Hans-Michael Rehberg in verschiedensten Fernseh- und Theaterproduktionen mit. Selbst Steven Spielberg engagierte den Schauspieler für einen seiner größten Filme. Nun ist Rehberg mit 79 Jahren gestorben.

Er war der Chef von "Pfarrer Braun" und auf fast allen großen deutschsprachigen Theaterbühnen zuhause. Der in Fürstenwalde bei Berlin geborene Hans-Michael Rehberg gehörte zu den vielseitigsten deutschen Schauspielern. Bereits am Dienstagvormittag starb Rehberg im Alter von 79 Jahren in Berlin, wie das Münchner Residenztheater nun mitteilte. Dort war der Schauspieler zuletzt in Mateja Kolezniks "Ödipus"-Inszenierung zu sehen.

In dem Antiken-Drama von Sophokles spielte Rehberg Teiresias, den blinden thebanischen Seher - am 28. Oktober hatte er seinen letzten Bühnenauftritt. Ans Aufhören hat Rehberg auch im Rentenalter nicht gedacht. "Entsetzlich! Ich kann ja gar nichts anderes", sagte er zu seinem 75. Geburtstag. "Die Lust zu spielen ist ungebrochen."

Als Bischof Hemmelrath spielte Rehberg mit Gilberg von Sohlern (l.) an der Seite Ottfried Fischers, der den Pfarrer Braun gab.
Als Bischof Hemmelrath spielte Rehberg mit Gilberg von Sohlern (l.) an der Seite Ottfried Fischers, der den Pfarrer Braun gab.(Foto: dpa)

Als Bischof Hemmelrath gehörte Rehberg zur Stammbesetzung der beliebten "Pfarrer Braun"-Serie mit Ottfried Fischer in der Titelrolle. Rom war stets das Ziel des wenig bibelfesten Geistlichen - und vor allem wollte er seinen Pfarrer Braun immer vom "Kriminalisieren" abhalten und versetzte ihn zur Strafe von einer Gemeinde zur nächsten.
Auch im Kino war Rehberg präsent. In der schwarzen Komödie "Leg ihn um" spielte er einen schwer kranken Familiendespoten, der seine erwachsenen Kinder bittet, ihn von seinem Leiden zu erlösen. Wer das schafft, soll ihn beerben.

Auftritt in "Schindlers Liste"

Rehberg hatte Auftritte in Oskar Roehlers "Lulu und Jimi", in "Die Frau des Architekten" nach einem Buch von Stefan Heym und im TV-Ereignis "Die Manns - Ein Jahrhundertroman". Der Charakterdarsteller spielte in der Mankell-Verfilmung "Kennedys Hirn", in Philipp Stölzls "Goethe!", in "Die Wand" mit Martina Gedeck und in der TV-Reihe "Schuld" nach Ferdinand von Schirach. Für den mit dem Oscar prämierten Film "Liebe" von Michael Haneke synchronisierte Rehberg außerdem den französischen Schauspieler Jean-Louis Trintignant. In dem mit sieben Oscars prämierten Hollywoodfilm "Schindlers Liste" spielte Rehberg den Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz, Rudolf Höß.

Vor allem aber war es das Theater, dem Rehberg stets treu blieb. Egal ob Tragödie oder Komödie, Rehbergs Bandbreite war riesig. Er spielte auch die großen Rollen: den Hamlet, den Mephisto und den Herzog Orsino. Rehberg arbeitete mit den wichtigen deutschsprachigen Regisseuren zusammen - darunter Peter Zadek, Claus Peymann, Andrea Breth, Jürgen Flimm, Peter Palitzsch, Dieter Giesing und Hans Neuenfels. Ins Promi-Rampenlicht stellte sich Rehberg dagegen nicht gerne. Rote Teppiche mied er. "Mich interessiert das überhaupt nicht", sagte er einmal.

Rehberg wurde am 2. April 1938 in Fürstenwalde bei Berlin geboren. Er studierte Schauspiel an der Folkwang-Schule in Essen. Seine Theaterkarriere begann dann an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach. Es war der Start einer jahrzehntelangen Präsenz an fast allen großen deutschsprachigen Häusern. Rehberg spielte an den Münchner Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Wiener Akademietheater, an der Freien Volksbühne Berlin, am Schauspielhaus Zürich, am Staatstheater Stuttgart, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an der Berliner Schaubühne und bei den Salzburger Festspielen.

Quelle: n-tv.de

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