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Im Fall Ashley Judd Harvey Weinstein feiert Erfolg vor Gericht

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Judd hatte Weinstein im April 2017 angeklagt.

(Foto: picture alliance / Guillaume Hor)

Dutzende Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vor, mitunter sogar Vergewaltigung. Der ehemalige Hollywood-Mogul bestreitet die Vorwürfe - und kann nun einen ersten Teilerfolg vor Gericht verzeichnen. Ein Richter spricht ihn der Belästigung im Fall einer US-Schauspielerin frei.

Es ist ein kleiner Teilerfolg für Harvey Weinstein: Wie unter anderem das Portal "TMZ" meldet, wurde die Klage der Schauspielerin Ashley Judd gegen den Filmemacher vor Gericht abgewiesen. Sie hatte ihn wegen sexueller Belästigung angezeigt. Ein Bundesrichter entschied, dass kein bestehendes Gesetz verletzt wurde. Judd warf Weinstein vor, die Darstellerin von der "Herr der Ringe"-Produktion ausgeschlossen zu haben, nachdem sie nicht auf seine sexuellen Forderungen eingegangen sei.

Außerdem habe er sie auf eine schwarze Liste gesetzt und sie habe auch später nie wieder Job-Angebote von Weinstein erhalten, so die Vorwürfe. Das Gericht verneinte nun allerdings eine Strafbarkeit der Handlung, selbst wenn die Aussagen von Judd der Wahrheit entsprechen würden. Erst 2018 sei ein Gesetz erlassen worden, das solche "sexuellen Belästigungen in der beruflichen Beziehung" unter Strafe stelle. Rückwirkend sei diese Norm jedoch nicht anzuwenden. Sie darf aber weiterhin wegen Diffamierung und Schädigung ihrer Karriere vorgehen.

"Wir haben von Anfang an gesagt, dass diese Behauptung nicht gerechtfertigt war und wir freuen uns, dass das Gericht es genauso gesehen hat wie wir", sagte Phyllis Kupferstein, Anwalt von Weinstein. "Wir glauben, dass wir letztendlich ihre verbleibenden Ansprüche durchsetzen werden."

"Herr der Ringe"-Regisseur gibt Judd recht

Wieder was gelernt

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Judd hatte Weinstein im April 2017 angeklagt. Den Gerichtsunterlagen zufolge sagte Judd aus, dass der mächtige Produzent sie Mitte der 90er Jahre unter dem Vorwand, über potentielle Rollen reden zu wollen, auf sein Hotelzimmer in Beverly Hills eingeladen habe. Als sie in dem Zimmer angekommen sei, sei er nur in einem Bademantel bekleidet gewesen und - statt über Filmrollen zu reden - habe sie gefragt, ob er sie massieren dürfe. Judd war eine der ersten, die solche Vorwürfe gegen den 66-Jährigen erhob.

Zudem wirft sie ihm vor, sie diffamiert und somit ihrer Karriere geschadet zu haben. So soll der Regisseur der "Herr der Ringe"-Reihe, Peter Jackson, versucht haben, die Schauspielerin für die Filme zu ergattern, Weinstein ihm jedoch gesagt habe, es sei ein "Alptraum", mit ihr zu arbeiten und er solle sie auf alle Fälle meiden. Die Aussagen wurden im Dezember 2017 von Jackson bestätigt. Außerdem gestand er, dass Weinstein in den 90er Jahren versucht habe, Schauspielerinnen zu diskreditieren, die ihm später sexuelle Übergriffe vorwarfen.

Zu den Vorwürfen der 50-Jährigen hatten Weinsteins Anwälte im Juli erklärt, die Schauspielerin habe einen "Deal" mit Weinstein geschlossen, dass er sie anfassen dürfe, wenn sie einen Oscar für eine Rolle in einem seiner Filme gewinne. Judd sagte dazu, sie habe diesen Pakt geschlossen, um Weinsteins Annäherungsversuchen zu entgehen.

Quelle: n-tv.de, lri/spot

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