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"Kermit" packt aus "Ich wurde gefeuert"

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Unfreiwillige Trennung nach 27 Jahren: Kermit und Steve Whitmire.

AP

27 Jahre ist Steve Whitmire ein Frosch. Aber nicht irgendein Frosch, sondern der wahrscheinlich berühmteste Frosch auf dem Planeten: Kermit. Doch die Zeiten, in denen er dem Amphibien-Star die Stimme lieh, sind nun vorbei. Und das nicht freiwillig, wie Whitmire enthüllt.

Als vor ein paar Tagen die Nachricht die Runde machte, dass Steve Whitmire seinen Job an den Nagel hängt, erschien das noch wenig spektakulär: Nun ja, irgendwann geht vermutlich jeder mal in Rente, mochte man denken. Okay, Kermit wird, wenn alles gut geht, vielleicht auch noch in 200 Jahren die "Muppet Show" eröffnen, "Applaus! Applaus! Applaus!" rufen und von Miss Piggy angeschmachtet werden. Wer weiß das schon? Aber Whitmire war ja nur derjenige, der dem berühmten Frosch seine Stimme lieh. Und das 27 Jahre. Da muss ja irgendwann auch einfach Schluss sein.

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Was wohl Kermit darüber denkt?

(Foto: AP)

Doch was zunächst wie das ganz normale Karriereende eines Puppenflüsteres aussah, "entpuppt" sich nun - um im Jargon zu bleiben - als unfreiwilliger Jobverlust. Er sei gefeuert worden, offenbart Whitmire in einem von ihm verfassten Blogbeitrag. Die Trennung zwischen ihm und den zum Disney-Konzern gehörenden Muppet-Studios sei gegen seinen Willen erfolgt. Er selbst wäre nie freiwillig gegangen. Er sei über die Entwicklung "am Boden zerstört".

"Für die Zukunft alles Gute"

Tatsächlich, so berichtet der 57-Jährige, sei er bereits im Oktober vergangenen Jahres von seinem Arbeitgeber informiert worden, dass man über eine Neubesetzung der Sprechrolle nachdenke. Er habe versucht, Kritikpunkte der Muppet-Studios an seiner Arbeit aus dem Weg zu räumen, versichert Whitmire. Ansonsten habe er zu seiner geplanten Ersetzung geschwiegen, in der Hoffnung, dass es sich die Verantwortlichen vielleicht doch noch einmal anders überlegen würden.

Was genau den Muppet-Studios nach 27 Jahren an Whitmire missfiel, verriet der Kermit-Sprecher nicht. Auch die Filmbosse wollten sich dazu nicht äußern. Stattdessen gab es im "Time Magazine" eine Danksagung mit den üblichen Floskeln. Man "danke Steve für seine enormen Beiträge zu Kermit, der Frosch, und dem Muppet-Franchise", war dort zu lesen. "Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute."

"Mein Lebenswerk, seit ich 19 bin"

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Kermit war Jim Hensons erste Puppe.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Rausschmiss von Whitmire ist nicht zuletzt deshalb erstaunlich, weil er tatsächlich seit seinem 19. Lebensjahr für die berühmte Puppenschmiede von "Muppets"-Erfinder Jim Henson gearbeitet hatte. Kermit war die allererste Figur, die Henson 1955 entwickelt und im Fernsehen eingesetzt hatte. Bis zu seinem Tod 1990 verlieh Henson selbst Kermit die Stimme. Wer in seine Fußstapfen treten sollte, war keine leichte Entscheidung. Schließlich fiel die Wahl auf den damals 30-jährigen Whitmire, der somit in über 60 Jahren erst der zweite Kermit-Sprecher überhaupt war.

"Für mich sind die 'Muppets' nicht nur ein Job, eine Karriere oder sogar eine Leidenschaft", schreibt Whitmire in seinem Blogbeitrag. Vielmehr seien sie für ihn eine Berufung, die sein komplettes Leben bestimmt habe. "Das ist mein Lebenswerk, seit ich 19 bin. Ich fühle mich in der Blüte meines Lebens und möchte alle, die die 'Muppets' lieben, wissen lassen, dass ich nie in Betracht ziehen würde, Kermit aufzugeben", zeigt sich der Sprecher schwer betroffen von der Entscheidung, ihn abzulösen.

Nachfolger steht bereits fest

Zahlreiche "Muppet"-Fans zollten ihren Respekt für Whitmires Arbeit und seine emotionalen Worte. Dass sich die Entscheidung des Filmstudios noch einmal umkehren lässt, darf jedoch bezweifelt werden. Schließlich ist Whitmires Nachfolger bereits benannt: Matt Vogel, der auch schon diversen anderen Charakteren aus dem Muppets-Universum seine Stimme lieh.

Übrigens: Auch in Deutschland gab es bis dato lediglich zwei Kermit-Sprecher. Zunächst sprach Horst Gentzen den Frosch in der "Muppet Show". Andreas von der Meden hingegen übernahm die Synchronisation in der "Sesamstraße" und nach Gentzens Tod 1985 auch bei den "Muppets". Doch auch hierzulande wird man sich bei künftigen Film- und Fernseheinsätzen Kermits an eine neue Stimme gewöhnen müssen. Von der Meden ist vor knapp drei Monaten ebenfalls verstorben.

Quelle: n-tv.de, vpr

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