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Schwarzer Bloggerin gedroht Ist Meghan Markles Freundin eine Rassistin?

Inmitten der Rassismus-Debatte sagt eine weiße TV-Moderatorin, dass sie keine Veranlassung sehe, sich in dieser zu engagieren. Dumm, dass sie die Freundin einer der bekanntesten schwarzen Frauen der Welt ist. Und Pech auch für sie, dass die Geschmähte sich lautstark zur Wehr setzt.

Gerade erste hatte Meghan Markle, die Frau von Prinz Harry, sich erschüttert über den Tod von George Floyd gezeigt und geäußert ("Ich war nicht sicher, was ich euch sagen kann. Ich wollte das Richtige sagen, und ich war nervös, dass mir das nicht gelingen würde, doch dann ist mir klar geworden: Das einzige Falsche, was ich sagen könnte, wäre es, nichts zu sagen, denn das Leben von George Floyd zählte."), da grätscht ihre angeblich beste Freundin ihr in die Parade.

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Die TV-Sendung von Jessica Mulroney ist in Kanada eingestellt worden, nachdem diese die schwarze Bloggerin Sasha Exeter wegen eines Aufrufs, sich für Anti-Rassismus-Proteste einzusetzen, bedroht hatte. Die Sendung "I Do, Redo", die sich um das Thema Hochzeit dreht, sei mit sofortiger Wirkung eingestellt worden, teilte die Sendergruppe CTV mit.

Exeter soll Mulroney zuvor aufgefordert haben, sich persönlich gegen die Diskriminierung schwarzer Menschen einzusetzen, was Mulroney aber ablehnte. Sie sehe die gesellschaftliche Notwendigkeit dazu nicht, heißt es. Es gab ein Hin und Her, an dessen Ende der schwarzen Lifestyle-Bloggerin Sasha Exeter zufolge Mulroney ihr gedroht habe, sie bei Firmen schlecht zu machen, die ihren Blog unterstützen.

Mulroneys Handlungen seien nicht mit den Werten des Senders vereinbar, hieß es daraufhin in einer Erklärung der Sendergruppe CTV vom Donnerstag. Exeter hatte den Streit - nach reiflicher Überlegung - auf ihrem Instagram-Kanal öffentlich gemacht. "Ich möchte Jess nicht als Rassistin bezeichnen", so Exeter in dem Video. Aber sie sei sich ihres Reichtums, ihrer Macht und ihrer Privilegien aufgrund ihrer Hautfarbe "sehr bewusst". Dabei sei Mulroney "die beste Freundin einer der bekanntesten schwarzen Frauen der Welt", erklärte Exeter mit Verweis auf die Frau von Prinz Harry, Meghan Markle.

Exeter bedankt sich bei ihren Fans für die überwältigende Unterstützung, die sie in den Tagen nach ihrem Instagram-Post erhalten hat. Sie sagt, dass sie sich einfach wehren musste, dass sie es nicht länger für sich behalten konnte, wenn die Dinge so aus dem Ruder laufen. Sie sei sich durchaus bewusst, dass es eine Menge Hass und schlimmste Nachrichten auf ihrem Account nach sich ziehen würde, sich gegen eine so beliebte - und weiße - TV-Moderatorin wie Jessica Mulroney zu wenden. In einem Video erzählt sie, dass sie nach dem Streit "wie gelähmt vor Angst" gewesen sei und befürchtete, dass Mulroney sie bei möglichen Geschäftspartnern in den Schmutz ziehen könne. "Wie Jessica die Existenzgrundlage einer alleinerziehenden, schwarzen Frau in dieser Rassismus-Pandemie, die wir gerade erleben, bedroht, ist für mich unglaublich", so Exeter.

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Guck mal, Jess, so sieht das aus!

(Foto: imago images/i Images)

"Wir, die wir eine Bühne haben"

Mulroney verlor unterdessen nicht nur ihren TV-Job, sondern auch den als Modeberaterin für die kanadische Kaufhauskette "Hudson's Bay". Am Donnerstagabend entschuldigte sie sich auf Instagram bei Exeter. Diese habe Recht gehabt, als sie ihr vorwarf, sich nicht genug in die Debatte um Rassismus und Ungerechtigkeit einzumischen. "Wir, die wir eine Bühne haben, müssen sie nutzen und Stellung beziehen." Dafür ist es nun erstmal zu spät, vorerst keine Bühne mehr.

Vielleicht besucht Frau Mulroney ihre Freundin Meghan jetzt mal in deren kalifornischem Exil, um sich von ihr den Kopf waschen zu lassen und dann gemeinsam zu überlegen, was jetzt getan werden muss. Zeit genug müssten die beiden Freundinnen ja haben.

Quelle: ntv.de, soe/AFP