Itzehoe übergibt AktenStaatsanwaltschaft Potsdam übernimmt im Fall Collien Fernandes

Die Ermittlungen im Fall von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen wechseln von Itzehoe nach Potsdam. Die Staatsanwaltschaft Potsdam gibt bekannt, dass sie das Verfahren übernommen hat.
Zunächst war die Staatsanwaltschaft in Itzehoe hier in Deutschland dafür zuständig, den Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen auf den Grund zu gehen. Weil "mögliche Tatorte im dortigen Bezirk" liegen, wurden die Akten allerdings jüngst der Staatsanwaltschaft Potsdam zur Prüfung übersendet. Diese hat nun entschieden, den Fall Fernandes zu übernehmen.
"Die Akten der Staatsanwaltschaft Itzehoe zu diesem Verfahren sind mittlerweile bei uns eingetroffen. Im Ergebnis der Zuständigkeitsprüfung ist das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Potsdam übernommen worden", erklärte die dortige Sprecherin.
Seinen Ursprung hatte der Fall im November 2024 mit einer Strafanzeige, die Fernandes gestellt hatte. Die Moderatorin und "Das Traumschiff"-Schauspielerin erstattete Anzeige gegen Unbekannt - wegen des Verdachts, dass jemand gefälschte Profile von ihr in sozialen Netzwerken angelegt und pornografische Inhalte verbreitet hätte. Zunächst übernahm die Staatsanwaltschaft Berlin die Sache, gab das Verfahren dann aber nach Itzehoe ab. Der Grund dafür war offenbar, dass Fernandes einen Wohnsitz in Schleswig-Holstein hatte und dort auf den Tatvorwurf aufmerksam wurde.
Im Juni 2025 stellte die Behörde in Itzehoe das Verfahren zunächst ein. Das änderte sich, nachdem das Magazin "Der Spiegel" berichtet hatte, dass Fernandes ihren Ex-Mann Christian Ulmen für die Vorgänge verantwortlich macht. Er habe sie "digital vergewaltigt". Die Ermittlungen wurden Ende März wiederaufgenommen. Vergangene Woche kündigte die Staatsanwaltschaft Itzehoe dann an, die Akten nach Potsdam übermittelt und um Übernahme des Verfahrens gebeten zu haben.
Prüfung des Anfangsverdachts
In Potsdam hatte das einstige Paar vor seinem Umzug nach Mallorca im Jahr 2023 gelebt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam will nun laut der "F.A.Z." nochmals überprüfen, "ob sich ein Anfangsverdacht begründen lässt". Unter Umständen werde man weitere Unterlagen von Fernandes als Anzeigenerstatterin anfordern. Zudem soll geprüft werden, ob eine Vernehmung nötig sei. Bei mutmaßlichen Straftaten im digitalen Raum richte sich die Zuständigkeit in der Regel nach dem Wohnort der angezeigten Person.
Derweil gaben die Justizbehörden in Palma de Mallorca bekannt, dass die spanische Justiz ihre Ermittlungen nicht weiterverfolge. Auch auf Mallorca hatte Fernandes Anzeige gegen Ulmen erstattet. Die zuständige Ermittlungsrichterin habe jedoch "die fehlende Zuständigkeit der spanischen Gerichte" festgestellt und angeordnet, das Verfahren und sämtliche Akten an die zuständige deutsche Staatsanwaltschaft abzugeben, die nun in Potsdam liegt.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die "initiale Berichterstattung" des "Spiegels" gerichtliche Schritte einzuleiten.