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"Es geht ums verdammte Geld"Jamie Lee Curtis rechnet mit "kosmetisch-industriellem Komplex" ab

04.04.2026, 18:17 Uhr
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"Für mich ist es Teil der Selbstliebe, zu akzeptieren, dass ich so aussehe, wie ich aussehe", sagt die Schauspielerin. (Foto: picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP)

Fett abgesaugt, Fett weggeschnitten: Schauspielerin Jamie Lee Curtis hat sich schon einigen Schönheits-Prozeduren unterzogen. In einem Podcast mit Michelle Obama verrät sie nun, was sie mittlerweile davon hält.

Jamie Lee Curtis spricht Klartext. Die Oscarpreisträgerin, die sich seit Jahrzehnten durch die US-Filmindustrie bewegt, hat in der aktuellen Folge des Podcasts "IMO with Michelle Obama and Craig Robinson" über Schönheitsideale, Schönheits-OPs sowie etwas gesprochen, das sie in Anlehnung an den ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower (1889-1969), der einst vom "militärisch-industriellen Komplex" sprach, den "kosmetisch-industriellen Komplex" nennt.

"Es ist alles Vortäuschung und Betrug", sagte die 67-Jährige in dem unverblümten Podcast-Gespräch mit der ehemaligen First Lady Michelle Obama. "Das, was wir früher Retuschieren nannten, heißt heute einfach Filtern." Und während Michelle Obama versuchte, das Problem auf Hollywood zu begrenzen, widersprach Curtis entschieden: Es gehe weit über die Filmbranche hinaus - Technologie, soziale Medien und eine milliardenschwere Kosmetikindustrie würden gemeinsam daran mitverdienen, dass Menschen sich schlecht fühlen.

"Es geht letztlich ums verdammte Geld", sagte sie unverblümt. Die Kosmetik- und Schönheitsindustrie vermittle Menschen Botschaften wie: "Das wird dich verändern und zu einem besseren Menschen machen, und besser zu sein bedeutet, dass du mehr geliebt wirst und erfolgreicher bist." Dieser Ansatz würde "grundlegende Unsicherheiten" von Menschen ausnutzen, so Curtis weiter.

Akzeptanz und Selbstliebe

Dabei könnte die Schauspielerin aus eigener Erfahrung berichten, dass Schönheitsoperationen nie das eigentliche Problem angingen: das Selbstwertgefühl. Im Anschluss zählte sie auf, welche Prozeduren sie schon absolviert hat. "Ich habe Fett abgesaugt, ich habe Fett weggeschnitten. Ich habe versucht, das zu tun, was alle anderen auch tun, aber es funktioniert nicht." Sie resümierte: "Ich glaube, man fühlt sich dadurch tatsächlich wie ein Betrüger, und ich glaube, dass das zu Selbsthass führt. Und für mich ist es Teil der Selbstliebe, zu akzeptieren, dass ich so aussehe, wie ich aussehe."

Die Schönheitsindustrie mitsamt Plastischer und Ästhetischer Chirurgie mit den von ihr beschriebenen Mechanismen bezeichnete Curtis in dem Podcast-Gespräch auch als "kosmetisch-industriellen Komplex, der in vielerlei Hinsicht ebenso heimtückisch ist wie der militärisch-industrielle Komplex". Der ehemalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower hatte in einer vielzitierten Rede zu seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 1961 vor ebenjenem gewarnt. Curtis indes sagte während ihres Podcast-Auftritts noch: "Man wird nun mal älter. Das erwartet uns übrigens alle".

Quelle: ntv.de, mpe/spot

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