Unterhaltung

Live-Konzert aus der Ukraine Joko und Klaas zeigen Band im Bunker

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Ein besonderer TV-Moment: Joko Winterscheidt (l.) und Klaas Heufer-Umlauf schalten eine Band live aus einem Bunker in der Ukraine zu.

(Foto: picture alliance/dpa/ProSieben)

Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben ProSieben mal wieder 15 Minuten Sendezeit abgeluchst. Und die nutzen sie am Mittwochabend für einen bewegenden TV-Moment. Die beiden geben der ukrainischen Band Selo i Ludy eine Plattform, die ein Konzert live in einem Bunker spielt.

Mittwochabend, 20.15 Uhr, live bei ProSieben: Die ewigen Spaßmacher Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf dürfen sich 15 Minuten lang frei bei ihrem Haussender austoben und nutzen die Sendezeit für ein emotionales Statement im Ukraine-Krieg.

So gab das Moderatorenduo der Band Selo i Ludy eine Plattform, die derzeit in einem ukrainischen Bunker ums Überleben kämpft. Die Musiker wurden live aus der Stadt Charkiw zugeschaltet, die aktuell Ziel der russischen Großoffensive ist und unter Dauerbeschuss steht.

Heufer-Umlauf erklärte zu Beginn, sie wollten die menschliche und zivilisatorische Tragödie, die sich nicht weit entfernt abspiele, nicht ignorieren. Man biete denen eine Bühne, die tagtäglich das erleben müssten, "was wir hier nur aus Schlagzeilen kennen".

"Es hilft, einfach weiterzumachen"

Auf großen Leinwänden im Studio, in dem die Entertainer standen, wurden Aufnahmen von im Krieg zerstörten Häusern gezeigt. Zudem gaben Selo i Ludy mit einigen Bildern und kurzen Clips einen Einblick in ihren derzeitigen Unterschlupf, der "ein Schutzraum für viele Menschen" sei.

Tagsüber seien immer wieder Schüsse und Sirenen zu hören, was für sie aber "mittlerweile normal" sei, erklärten die Musiker. Nachts gäben sie in dem Keller ihre Cover-Songs zum Besten und teilten ihre Auftritte auf Youtube. "Es hilft einem, einfach weiterzumachen", erklärte Band-Sänger Alex. Der Krieg in der Ukraine dauere im Grunde schon acht Jahre an. Es sei eine unerträgliche Belastung.

Die Musiker stiegen mit Bon Jovis Hit "It's My Life" ein. Anschließend sangen sie Rammsteins "Du Hast" und David Bowies "Space Oddity". Die Band spielte zu einem Schlagzeug-Playback, weil der Drummer mit seiner Frau geflohen ist. Man hoffe, dass er zurückkomme, wenn der Krieg vorbei sei. "Wenn wir gewonnen haben. Denn das ist die einzige Option", so Frontmann Alex.

"Kein Blödsinn, kein Quatsch"

Zum Abschluss der Sendung richteten sich die Musiker mit rührenden Worten an das deutsche TV-Publikum: "Wir geben unser Bestes, um zu überleben. Wir geben unser Bestes, die Grenzen der zivilisierten Welt zu schützen. Und unser Land. Ich verspreche euch Deutschen, dass wir eines Tages zu euch kommen und unsere Musik dort live spielen. Bitte verlasst euch darauf."

Die Aktion von Winterscheidt und Heufer-Umlauf stieß auf viel positive Resonanz auf Twitter. "Wieder einmal bewegend, was Joko und Klaas mit der gewonnenen Sendezeit auf ProSieben machen. Kein Blödsinn, kein Quatsch, sondern ein Live-Konzert aus einem Bunker in Charkiw, und dazu bewegende Worte der Bandmitglieder", schrieb etwa ein User. "Das war mal ganz großes Kino", kommentierte eine andere Person.

Auch ProSieben bedankte sich via Twitter bei den beiden Moderatoren, aber auch bei der Band: "Gänsehaut. Wir hören Selo i Ludy zu und können es nicht im Ansatz nachempfinden. Wir können es nur versuchen. Danke, für diesen unfassbaren Einblick in euer aktuelles Leben in der Ukraine. Danke."

Winterscheidt und Heufer-Umlauf hatten die 15 Minuten Sendezeit am Dienstag in einer ihrer ProSieben-Shows gewonnen. Die Gestaltung stand ihnen dabei frei - der Sender hatte nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf das Programm. Bereits in der Vergangenheit nutzten die beiden Entertainer ihre erspielten Sendezeiten immer wieder, um aktuelle politische Themen oder soziale Missstände in den Fokus zu rücken.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa/spot

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