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Wütet gegen die "hirnlose Facebook-Möchtegern-Polizei": Alexander Klaws.
Wütet gegen die "hirnlose Facebook-Möchtegern-Polizei": Alexander Klaws.(Foto: imago/STAR-MEDIA)
Donnerstag, 13. September 2018

"Kein feuchter Furz": Klaws tobt nach Shitstorm wegen Küblböck

Alexander Klaws war Gewinner der ersten DSDS-Staffel. Der Staffel, in der auch Daniel Küblböck mitwirkte. Eine Hommage seiner Ex-Kollegen an den Vermissten wollte Klaws aber nicht mitunterzeichnen. Dass er dafür angefeindet wird, bringt ihn nun auf die Palme.

Mit einem offenen Brief an den "lieben Daniel" haben am Montag insgesamt sieben Teilnehmer der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) dem vermissten Daniel Küblböck ihren Respekt gezollt. Doch in den Mottoshows der RTL-Sendung traten damals insgesamt elf Kandidaten auf.

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Vier von ihnen haben also darauf verzichtet, das Schreiben mitzuunterzeichnen, unter ihnen ausgerechnet auch Alexander Klaws, der das Format seinerzeit als Sieger verließ.

Natürlich konnte das nicht unbemerkt bleiben. Und wie nahezu nicht anders zu erwarten war, sah sich Klaws alsbald in den sozialen Netzwerken Beleidigungen und Anschuldigungen ausgesetzt, ihm gehe das Verschwinden seines ehemaligen DSDS-Mitstreiters offenbar nicht nahe.

Klaws ließ sich mehrere Tage Zeit, um darauf zu reagieren. Umso heftiger und deutlicher fällt nun wiederum sein Statement bei Facebook aus. Dort nimmt er nicht nur zu Küblböck und dem Brief der sieben anderen Ex-DSDS-Kandidaten Stellung, vor allem geht er auch mit den Kritikern an seiner Person hart ins Gericht.

"Einfach heuchlerisch"

Er wolle zunächst "ein paar Worte an die hirnlose Facebook-Möchtegern-Polizei da draußen" richten, schreibt der 35-Jährige in seinem Post. "Dass ich das tolle, sehr bewegende Schreiben meiner DSDS-Kollegen nicht mitunterzeichnet habe, hat folgenden bestimmten Grund", fährt er fort. "Es hat sich einfach heuchlerisch angefühlt, Teil einer Sammel-Nachricht zu sein über jemanden, mit dem man seit 14/15 Jahren keinerlei Kontakt hatte", fährt er fort.

Gerade dies habe ebenfalls etwas mit Respekt gegenüber dem Betroffenen zu tun. Und dies bedeute nicht, dass er anderer Meinung sei als seine einstigen DSDS-Mitstreiter oder ihm die Situation, die Küblböck für sich gewählt habe, egal sei.

Er sei "natürlich geschockt" und es tue ihm "unendlich leid", für welchen Weg sich Küblböck entschieden habe, erklärt Klaws. "Niemand kann sich vorstellen, was einen Menschen zu so einem Handeln treibt. Ich hoffe einfach nur, dass, egal wo du auch sein magst, mein Kleiner, du nun in Ruhe deinen Weg gehen kannst", so der Sänger.

"Schlichtweg abartig"

Zugleich jedoch rechtfertigt er sich für sein bisheriges Schweigen zu den Vorfällen in den sozialen Netzwerken. Es gebe "heutzutage auch ohne Facebook etc. noch die Möglichkeit, an dem Schicksal eines Menschen teilzuhaben, ohne alle Welt gleich darüber zu informieren auf welche Art man es tut".

Dass er deswegen angefeindet wurde, geht Klaws ordentlich gegen den Strich: "Als Arschloch etc. betitelt zu werden, nur weil für euch Clowns die Welt ohne Facebook nicht existiert, ist schlichtweg abartig! Setzt euch lieber mal mit dem Thema 'Mobbing' auseinander oder unterstützt Menschen dabei, die sich im eigenen Körper gefangen und durch die eigene Umwelt unterdrückt fühlen, nur weil sie eben einfach anders sind als andere."

"Eierlose Kommentare"

Und er echauffiert sich weiter: "Ihr seid ein großer Teil des Problems in unserer Gesellschaft, dass Leuten wie euch eine Plattform gegeben wird, andere mit euren eierlosen Kommentaren und Beschimpfungen zu belästigen - wenn diese aber vor euch stehen würden, ihr keinen feuchten Furz rauskriegen würdet!" Statt mit Schimpfwörtern um sich zu schmeißen, sollten die betroffenen Kommentatoren lieber etwas für die Gesellschaft tun.

Die Kommentare auf diese Nachricht von Klaws, der sich nach DSDS erfolgreich als Musical-Darsteller etabliert hat, fallen nun wiederum nahezu durchgängig positiv aus. "Toller Beitrag. Klare, ehrliche Worte. Hut ab! Und Recht hast du!", schreibt etwa eine Nutzerin stellvertretend für viele andere.

Rat und Nothilfe
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

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Quelle: n-tv.de