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Erste Wahl mit Transgender-Frau Neue Miss Universe kommt von den Philippinen

Ihr Sieg bei der Wahl zur Miss Universe steht schon seit einem Jahrzehnt in den Sternen - zumindest für die Mutter der neuen Titelträgerin Catriona Gray von den Philippinen. Miss-Wahl-Geschichte schreibt jedoch eine Schönheitskönigin aus Europa.

Die neue Miss Universe stammt von den Philippinen. Die 24-jährige Catriona Gray ist im Finale in Bangkok zur neuen Titelträgerin gekrönt worden. Ihre erste Stellvertreterin wurde die 24-jährige Tamaryn Green aus Südafrika, während die 19-jährige Venezolanerin Sthefany Gutierrez auf dem dritten Platz der Ausscheidung landete. Insgesamt hatten es zehn nationale Schönheitsköniginnen aus aller Welt in die mehrstündige Endrunde geschafft.

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In einem glitzernden roten Kleid löste Gray die Südafrikanerin Demi-Leigh Nel-Peters ab, die im Vorjahr den Titel der Miss Universe erobert hatte. "Als ich 13 war hatte meine Mutter einen Traum, in dem ich in einem roten Kleid die "Miss Universe"-Wahl gewann", berichtete sie auf der Bühne. Als die 24-Jährige nach ihrer Wahl ihre Mutter wiedersah, begannen beide zu weinen.

Während der live im Fernsehen übertragenen Wahl wurden die Kandidatinnen zu ihren Ansichten über Themen wie Pressefreiheit, die Legalisierung von Marihuana, Flüchtlinge und die #MeToo-Debatte befragt. Die spätere Siegerin Gray erhielt Applaus für ihre Arbeit in den Armenvierteln der philippinischen Hauptstadt Manila. Im Fall ihres Siegs wollte sie Gegenden finden, "wo ich etwas zurückgeben könnte, wo ich etwas anbieten könnte."

Auf den Phillipinen sind Miss-Wahlen äußerst beliebt: Die "New York Post" berichtet davon, dass Grays Sieg im ganzen Land, besonders aber in der Heimatstadt ihrer Mutter gefeiert worden sei. Aus dem Palast des umstrittenen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte kamen Glückwunsche und ein offizielles Statement: "Mit ihrem Erfolg hat die Miss Philippinen der Welt gezeigt, dass Frauen in unserem Land die Fähigkeit haben, mit Leidenschaft, Sorgfalt, Durchhaltevermögen und harter Arbeit ihre Träume in die Realität umzusetzen", ließ das Staatsoberhaupt verlauten.

Premieren und Lästereien

In diesem Jahr war zum ersten Mal auch eine Transgender-Frau unter den Teilnehmerinnen. Angela Ponce, die als "Miss Spain" am Schönheitswettbewerb teilnahm, sagte in ihrer Videopräsentation, nicht der Sieg sei ihr wichtig, sondern einfach "da zu sein".  Ponce setzt sich für eine größere Akzeptanz transsexueller Menschen ein und hofft auf eine "tolerantere und respektvollere" Gesellschaft, wie sie selbst sagte. Darüber, wer schließlich gewinnen sollte, entschied eine aus ehemaligen Schönheitswettbewerb-Gewinnerinnen, Geschäftsfrauen und Modedesignerinnen - also ausschließlich Frauen - bestehende Jury.

Ein kleiner Skandal hatte vor dem Finale für Aufruhr gesorgt: Der Miss United States Sarah Rose Summers wurde vorgeworfen, sich in einem Instagram-Video über die Englischkenntnisse der Schönheitsköniginnen aus Kambodscha und dem Vietnam lustig gemacht zu haben.

Alle Teilnehmerinnen hatten insgesamt fast einen Monat in Thailand verbracht, wo sie an Vorrunden zur Miss-Wahl teilnahmen und berühmte Sehenswürdigkeiten des südostasiatischen Landes besuchten.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa