Unterhaltung

Hausarrest? Oder Vorbild? Oprah Winfrey wehrt sich gegen Gerücht

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Wer hat eigentlich diesen Mist über mich erzählt?

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Ihr Grundstück soll angeblich geräumt und sie soll auch verhaftet worden sein, hieß es bei Twitter. Alles Quatsch, lässt Oprah Winfrey ihre Follower wissen, sie habe sich nur ein wenig zurückgezogen.

"Ich habe gerade einen Anruf bekommen, dass mein Name in den sozialen Medien im Zusammenhang mit einer unverschämtem Falschmeldung die Runde macht. Was da behauptet wir,d ist nicht wahr," wehrt Oprah Winfrey sich auf Twitter. Wie konnte es zu solchen Äußerungen kommen? Posts in sozialen Medien besagten, dass Winfreys Luxusgrundstück in Boca Raton, Florida, geräumt und dass die Talkshow-Königin verhaftet worden sei. "Mein Grundstück wurde weder geräumt noch wurde ich verhaftet," stellt sie kurzerhand klar. Dass es auch um "Sexual Trafficking", also Sklaverei oder Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gehen soll, wie in den Tweets erwähnt, darauf geht sie nicht ein.

Die Aussagen lassen sich laut heavy.com darauf zurückführen, dass eine rechtsgerichtete Gruppe namens "QAnon" wilde Verschwörungstheorien losgetreten hat. Es soll sogar ein Video geben, das ihre Festnahme zeigt. Aber nicht nur Winfrey soll in den "Menschenhandelring" verwickelt sein, auch Tom Hanks und Charles Barkley sollen den Verschwörungstheoretikern zufolge eine Rolle spielen. Dass auch der Papst und der Vatikan ihre Finger im Spiel haben sollen, versteht sich da von selbst.

Die Gerüchte sollen übrigens von vier Teenagern in die Welt gesetzt worden sein, die anscheinend nichts mit sich anzufangen wussten und aus purer Langeweile eine Falschmeldung in die Welt setzten. Oprahs Reaktion ist für so harten Tobak daher noch recht gelassen. Sie erklärt auch, was wirklich bei ihr los ist: "Ich habe mich zurückgezogen, um mich vom Rest der Welt fernzuhalten." Stichwort "Social Distancing" also? Ist Oprah einfach nur vorbildlich?

"Trauma-Porno"?

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"Social Distancing", was im Moment durch die Verbreitung des Corona-Virus in aller Munde ist, kam Oprah Winfrey vielleicht sogar ganz gelegen: Die beliebte TV-Moderatorin hatte gerade großen Ärger mit einem Buch ("American Dirt" von Jeanine Cummins), das sie für ihren Lesezirkel aussuchte. In Oprahs Lesezirkel aufzutauchen, kommt in den USA einem literarischen Ritterschlag gleich und macht das Buch allein dadurch zum Bestseller. Der Verlag erhöhte die Erstauflage von 300.000 auf 500.000 Exemplare. Eine deutsche Ausgabe soll am 21. April im Rowohlt-Verlag erscheinen.

Die Autorin wollte mit dem Roman eine Diskussion über Einwanderungspolitik anstoßen und "eine Hintertür in eine größere Unterhaltung darüber öffnen, wer wir als Land sein wollen", eine Lesereise wurde angesetzt. Doch dann kamen die ersten kritischen Stimmen: Die in Spanien geborene und in den USA aufgewachsene Cummins habe zwar eine Großmutter aus Puerto Rico, identifiziere sich aber als weiß - was sie also befähige, ein solches Buch zu schreiben, wurde gefragt. Sie nutze das Leid der Migranten aus, um daraus einen "Trauma-Porno" für eine von Weißen dominierte Literatur-Industrie zu machen, lautete der Vorwurf.

Buchzirkel-Gründerin Winfrey reagierten auf die Kritik und versprach, den ausführlichen Diskussionen über das Buch ernsthaft zuzuhören - und auch über die fehlende Vielfalt in der Literatur-Industrie nachzudenken. Womit man nun eine wirklich plausible Erklärung dafür hätte, dass die erfolgsverwöhnte und gern in der Öffentlichkeit stehende Moderatorin sich einfach mal ein bisschen zurückgezogen hat.

Quelle: ntv.de, soe/dpa