Unterhaltung

Obdachloser zur Schau gestellt? Patricia Blanco für Spendenaktion kritisiert

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Wollte Gutes tun, war dabei aber etwas ungeschickt: Patricia Blanco.

(Foto: imago images/Future Image)

Eigentlich will Patricia Blanco Gutes tun. Deshalb spendet sie gemeinsam mit ihrem Verlobten Andreas Ellermann Lebensmittel an Obdachlose. Dass sie sich dabei fotografieren lässt, um das Bild anschließend in den sozialen Medien hochzuladen, kommt allerdings bei vielen nicht gut an.

Gerade im Winter ist das Schicksal von obdachlosen Menschen besonders tragisch und nicht selten aufgrund eisiger Temperaturen sogar lebensgefährlich. Das weiß auch Patricia Blanco, und so wollte sie diesen Bedürftigen in der Vorweihnachtszeit eine Freude machen. Die 50-Jährige war gemeinsam mit ihrem Verlobten Andreas Ellermann auf dem Kiez in Hamburg unterwegs, um Lebensmittel und Geld zu spenden, wie die "Bild"-Zeitung berichtete.

Im Grunde eine gute Sache, doch dass sie sich dabei für ihren Instagram-Account ablichten ließ, stößt vielen ihrer Follower nun sauer auf. "Die armen Obdachlosen", schrieb Patricia Blanco zu dem Foto, auf dem sie einem der Obdachlosen lächelnd eine braune Papiertüte überreicht. Hinter ihr steht Radiomoderator Ellermann mit einem Mikrofon in der Hand. "Ein kleiner Trost", heißt es in dem Text weiter.

Herablassend und menschenunwürdig?

Wenngleich auch manch einer ihren Einsatz zu schätzen weiß, hagelt es in der Kommentarspalte auch jede Menge Kritik. "Warum postet man sowas?", fragt sich jemand und findet, man solle für die Sache spenden und nicht für Instagram. Ein anderer User meint: "Dass man den Menschen helfen soll, steht außer Frage, aber sich so in Szene zu setzen, finde ich nicht gerade menschenwürdig." Weitere empfinden es als "herablassend", wie der Mensch in Not "zur Schau gestellt wird".

Es ist aber zumindest davon auszugehen, dass Patricia Blanco den Mann auf dem Foto vor dessen Veröffentlichung um Erlaubnis gebeten hat. Womöglich tat sie es, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, wenn auch etwas ungeschickt. Wie die Obdachlosen selbst die Aktion von ihr und Ellermann fanden, ist nicht bekannt. Andreas Ellermann hat schon 2014 eine Stiftung ins Leben gerufen, "die sich aktiv für Bedürftige in unserer Gesellschaft engagiert", wie es auf der dazugehörigen Webseite heißt. Und allein das dürfte für diese Bedürftigen am Ende wohl zählen.

Quelle: ntv.de, nan

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