Unterhaltung

Deutsche Leser sehen mehr Playboy-Bunnies bleiben nackt

d99e647df38f655e6145cf54435a92d7.jpg

Die deutsche "Playboy"-Ausgabe soll bleiben wie sie ist.

(Foto: dpa)

Im US-"Playboy" sollen bald nur noch bekleidete Models zu sehen sein. Schließlich sei Nacktheit schon lange gesellschaftsfähig, sagen die Blattmacher. Dabei geht es ihnen eigentlich nur um die sozialen Netzwerke. In Deutschland kommen solche Reformen nicht an.

Die Leser des amerikanischen "Playboy" bekommen bald keine nackten Frauen mehr im Heft zu sehen. "Die Zeiten ändern sich", hieß es in einem Statement der US-Redaktion. "Das Bunny überwindet die Nacktheit." Für die Käufer der deutschen Ausgabe bleibt hingegen alles beim Alten, wie deren Redaktion betonte.

Bereits im vorigen Jahr hatten die "Playboy"-Macher die US-Webseite jugendfreier gestaltet, um auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen. Diese neue Webseite, die so aufgebaut sei, dass man sie bedenkenlos am Arbeitsplatz lesen könne, werde von vielen Millionen genutzt, stellte die US-Redaktion heraus. Das soll offensichtlich nun auch Vorbild für Print sein.

"Auf die Ausrichtung und die Gestaltung des deutschen 'Playboy' hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss", machte der Chefredakteur von Playboy-Deutschland, Florian Boitin, klar. "Das heißt, wir halten an unserem erfolgreichen Konzept auch in Zukunft fest." Wie unabhängig man sei, zeige schon, dass der deutsche "Playboy" in den vergangenen fünf Jahren nur sechs von 60 US-Titelproduktionen übernommen habe.

Auf Risiko

Das US-Magazin spürt die Konkurrenz durch Erotik im Internet. Die Zeiten hätten sich schlicht geändert, zitierte die "New York Times" den "Playboy"-Chefmanager Scott Flanders. Den Kampf darum, unbekleidete Körper abbilden zu dürfen und Nacktheit gesellschaftsfähig zu machen, habe der "Playboy" schon lange gewonnen. "Heute reicht ein Mausklick, um sich jeden nur vorstellbaren sexuellen Akt im Internet herunterzuladen", so Flanders. Nacktaufnahmen in Zeitschriften seien damit überholt. "Ja, wir gehen ein Risiko ein", heißt es auf der amerikanischen "Playboy"-Webseite.

Der Verleger und Lebemann Hugh Hefner hatte den "Playboy" 1953 erstmals herausgebracht. Auf der Titelseite posierte damals Marilyn Monroe. Später hatten auch Ikonen wie Madonna, Sharon Stone und Naomi Campbell die Hüllen fallen lassen, um im "Playboy" die Männerfantasien zu beflügeln.

Quelle: ntv.de, hul/dpa