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Mit Vergewaltiger befreundet? Prinz Andrew gerät immer stärker unter Druck

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Soll dreimal eine Minderjährige missbraucht haben: Prinz Andrew.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen seiner Verstrickung in den Epstein-Skandal kommt Prinz Andrew in Erklärungsnot. Nun wurde wegen ähnlicher Vorwürfe ein finnisch-kanadischer Unternehmer festgenommen. Auch ihn hatte Andrew offenbar mehrfach besucht. Bei den Anschuldigungen spielt der Brite aber wohl keine Rolle.

Für Prinz Andrew wird es zunehmend schwieriger, sich von den Missbrauchsvorwürfen zu distanzieren, mit denen er seit einem Jahr konfrontiert wird. Sein Ruf ist bereits durch seine Verbindung mit dem verurteilten und inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953 - 2019) schwer ramponiert. Mit dem Mode-Unternehmer Peter Nygard wurde nun ein weiterer Bekannter des Prinzen wegen zahlreicher sexueller Übergriffe festgenommen.

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Prinz Andrew soll Peter Nyberg mindestens zweimal auf den Bahamas besucht haben.

(Foto: picture alliance/dpa/Invision)

Nygard wurde in Helsinki geboren und lebt hauptsächlich auf den Bahamas. Er hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Februar aus seinem Unternehmen zurückgezogen. Im März beantragte die Firma dann Insolvenz. Laut der Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat New York werden ihm unter anderem Erpressung, Menschenhandel und Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen. Selbst zwei seiner Söhne bezichtigen ihn, ihren eigenen Missbrauch herbeigeführt zu haben.

Die Anschuldigungen gegen Nygard erinnern stark an den Fall Epstein. So soll der 79-jährige Nygard während der 25 Jahre an der Spitze seines Bekleidungsunternehmens seinen Einfluss genutzt haben, um minderjährige Mädchen zu sexuellen Handlungen mit ihm, mit Bekannten, und untereinander zu zwingen. Die Ermittler, die ihn im kanadischen Winnipeg festnahmen, sprachen von "perversen Handlungen", wie die "Toronto Sun" berichtet. Die Behörden sollen demnach seine Auslieferung an die USA beantragt haben. Nygard selbst streite die Vorwürfe ab.

Prinz Andrew der Lüge überführt?

In etlichen US-Medien wird nun auch über Verbindungen zwischen Nygard und dem Herzog von York berichtet. Demnach soll der 60-jährige Brite den Modegiganten mehrfach auf seinem Anwesen auf den Bahamas besucht haben. Die "New York Times" etwa berichtet, dass er mindestens einmal mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson angereist sein soll. Laut der "Toronto Sun" besuchte er vier Jahre nach seiner Scheidung Nygrad ein weiteres Mal. Bislang jedoch gebe es aber keine Hinweise auf ein strafbares Verhalten Andrews.

Ironischerweise soll es sich laut der "Toronto Times" bei den US-Bundesanwälten in New York, die den Fall übernommen haben, um genaue jene handeln, die Andrew bereits zu seiner Verstrickung in die Epstein-Affäre befragt haben. In dem Fall bestreitet der Prinz eine Beteiligung, kooperiert jedoch nicht mit den Ermittlern.

Im Fall Epstein deutet sich für Andrew derweil neues Ungemach an: Eine britische Zeitung will den Sohn von Queen Elizabeth II. als Lügner enttarnt haben. So berichtete die britischen "Daily Mail" jüngst, dass Andrew entgegen seiner Aussage in einem Interview mit der BBC vor etwa einem Jahr bei einem Aufenthalt in New York 2001 doch in Epsteins Anwesen übernachtet habe. Dazu beruft sich die Zeitung auf nach eigenem Bekunden seriöse Quellen.

"Private Zeit" in New York

So behauptet das mutmaßliche Epstein-Opfer Virginia Roberts Giuffre, als damals 17-Jährige von Andrew sowohl zu diesem Zeitpunkt in New York als auch einige Wochen zuvor in London missbraucht worden zu sein. Zumindest zeitlich könnte dies laut "Daily Mail" passen: Denn Recherchen und ein Blick in die Reiseunterlagen hätten die Vermutung bestätigt, dass Prinz Andrew und sein Bodyguard am zweiten Tag der USA-Reise im Epstein-Anwesen übernachteten.

Die Zeitung berichtet außerdem, von Andrews Terminplan, in dem er ein paar Stunden als "private Zeit" angegeben habe. In genau jenen Stunden soll er Giuffre und ein weiteres Mädchen getroffen haben. Bislang bestreitet Andrew sämtliche Zusammenkünfte mit dem mutmaßlichen Opfer. Doch ein Bild belegt: Begegnet sind sie sich. Auf dem Foto hat der Prinz den Arm um die damals 17-Jährige gelegt. Im BBC-Interview hatte Andrew jedoch vehement geleugnet, in New York bei Epstein übernachtet zu haben.

Unterdessen war am Wochenende bekannt geworden, dass sich auch Andrews Tochter Prinzessin Beatrice angeblich nicht an ihren Vater auf ihrer Geburtstagsparty im mittlerweile legendären "Pizza Express" erinnern könne. Das habe ein Insider bestätigt. Giuffre behauptet, genau zu dieser Zeit von Andrew missbraucht worden zu sein. In seinem Terminkalender ist laut "Daily Mail" für jenen lediglich eine Maniküre vermerkt.

Quelle: ntv.de, lri