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"Ewige Schande" Queen-Musiker attackiert britische Regierung

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Kritisiert auch den schlechten Zustand des britischen Gesundheitssystems: Brian May.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Queen würde mit der britischen Regierung wohl kaum öffentlich derart ins Gericht gehen. Aber die Mitglieder der Band Queen können das natürlich. Und so bläst Gitarrist Brian May nun zum Generalangriff. Der politischen Führung wirft er eklatante Fehler im Kampf gegen das Coronavirus vor.

Queen-Gitarrist Brian May hat der britischen Regierung schwere Mängel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen. Es sei eine "ewige Schande", dass noch nicht einmal die Ärzte und Krankenpfleger in den Kliniken bei der Behandlung der Infizierten ausreichend geschützt würden, sagte der Rockmusiker.

Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) sei seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand, so der 72-Jährige. "Und das ist der Preis, den wir jetzt zahlen müssen", sagte May in einem Podcast des Nachrichtensenders Sky News.

Der Musiker, der auch Astrophysiker ist, sprach von einer "nationalen Tragödie". In Großbritannien mangelt es an Schutzausrüstungen, Tests, Beatmungsgeräten und Personal in den Krankenhäusern.

Neuer Song für bessere Laune

Es ist nicht das erste Mal, dass sich May während der Corona-Pandemie zu Wort meldet. Vor Kurzem gab er bereits dem Sender ITV News ein Interview, in dem er der Krise auch positive Seiten abgewinnen konnte. "Ich hoffe, dass wir uns an die Lektionen erinnern, die wir gelernt haben - dass wir von zu Hause aus arbeiten können, dass die Autos stehen bleiben können, dass die Flugzeuge stehen bleiben können, dass die Luft klarer werden kann", sagte er in dem Gespräch unter anderem.

Zudem nahm May mit der Band King's Daughters einen neuen Song namens "Get Up" auf. Das Lied solle helfen, die Laune der Zuhörer in der Krise zu verbessern, so der Gitarrist. "Es ist ein emotional anhebender Song, und wir dachten uns, wenn es jemals einen Zeitpunkt geben sollte, den Song zu veröffentlichen, dann ist es dieser hier", zitiert ihn das Magazin "Rolling Stone".

Tournee verschoben

Queen haben wegen der Corona-Krise ihre geplante Europatour verschieben müssen. Alle 27 Konzerte wurden laut Veranstalter um ein Jahr auf Ende Mai bis Anfang Juli 2021 verlegt.

Die Gruppe besteht nach dem Tod von Sänger Freddie Mercury 1991 und dem Weggang des früheren Bassisten John Deacon 1997 noch aus May und Schlagzeuger Roger Taylor. Als Sänger engagierte das Duo zwischenzeitlich Rock-Urgestein Paul Rodgers. Seit 2012 steht der ehemalige "American Idol"-Teilnehmer Adam Lambert bei Auftritten von Queen am Mikrofon.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa