Unterhaltung

Merkwürdiger Auftritt bei Kimmel Stormy Daniels und die Trump-Affäre

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The Sound of Silence - eine ganz besondere Kunst in einer Talk-Show.

(Foto: AP)

Sie sagt nicht viel, macht Andeutungen, lächelt häufig und selbst der gewiefte Talk-Moderator Jimmy Kimmel bekommt nicht wirklich etwas raus aus der Frau, die angeblich eine Affäre mit dem Präsidenten der USA hatte.

"Ich arbeite auch für das FBI und ich bin ein Mann. Das stand bereits im Internet", sagt Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, in der "Jimmy Kimmel Show" auf ABC. Damit möchte die 38-Jährige ausdrücken, dass alles, was sie sagt, stimmen kann. Oder eben nicht. Vom Talkmaster wird sie angekündigt als eine, die eine ganz einzigartige Perspektive auf den jetzigen Präsidenten der Vereinigten Staaten hat - "eine, die ich auf jeden Fall nicht habe".

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Stephanie Clifford aka Stormy Daniels

(Foto: imago/UPI Photo)

Daniels ist laut Kimmel Schauspielerin und Regisseurin und sie hat 130.000 Dollar Schweigegeld bekommen - oder auch nicht bekommen ("Wall Street Journal"). Das besonders Pikante an der Angelegenheit ist, dass das Schweigegeld aus der Parteikasse der Republikaner geflossen sein könnte. Bisher lief Stormy Daniels immer unter der Bezeichnung "Pornostar" und es heißt, sie hätte eine oder mehrere Affären mit Donald Trump gehabt. Pikanterweise zu einer Zeit, als er bereits mit Melania verheiratet und diese mit Sohn Baron schwanger war. Das ist elf Jahre her.

Ausgerechnet an dem Tag, an dem sich der US-Präsident mit seiner Rede zur Lage der Nation ans Volk wandte, war die angebliche Affäre Trumps im US-amerikanischen TV zu sehen. Daniels befindet sich auf Promo-Tour, ihre Show, mit der sie in diesen Tagen durch die USA tingelt, heißt: "Make America Horny Again!" (Mach Amerika wieder geil!). So weit, so gut, aber dass die Lady dann in einer Talkshow kaum die Zähne auseinanderkriegt, ist schon ein Novum in einer Show, in der es vor allem um eines geht- ums "Talken". Kimmel arbeitete sich an der Blondine ab wie selten zuvor an einem Gast.

Schweigen, lächeln, vielsagend sein

Bekannt ist, dass Stormy Daniels den Milliardär und heutigen Präsidenten bei einem Golfturnier kennengelernt haben soll. Er soll sie mit auf sein Hotelzimmer genommen und sich später eine DVD des Pornostars signieren lassen haben. Außerdem habe Trump ihr eine TV-Rolle und ein Apartment versprochen. Dazu soll es jedoch nie gekommen sein.

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"Wo hat er dich berührt?"

(Foto: AP)

In Zeiten von Weinstein, #MeToo, Dieter Wedel und in einer höchst aufgeladenen Atmosphäre, was Sex, Gefälligkeiten und die Diskriminierung von Frauen angeht, ist Daniels ein absolut brisanter Gast in der Show des lustigen Jimmy Kimmel, der sonst heiter mit Schauspielern, Sängern und anderen Menschen parliert, die etwas zu verkaufen haben. Nun also Stormy - die ihrem Namen keine Ehre machte, sondern höchstens ein laues Lüftchen durch das Studio wehen ließ.

Selbst als Kimmel ihr eine Donald-Trump-Puppe unter die Nase hielt und sie aufforderte, einfach zu zeigen, was "er" mit ihr gemacht hätte, wo er sie berührt habe oder sie ihn, folgte Tatenlosigkeit ihrerseits. Daniels war ausweichend und lächelte viel und vielsagend, aber gesagt hat sie nichts. Dennoch dauerte das Interview gute zehn Minuten.

Kurz vor der Präsidentenwahl hatte Stormy Daniels 2017 ihre Aussagen übrigens zurückgezogen und ihr Anwalt soll ihr auch vor dieser Sendung geraten haben, zu schweigen. Nun, das hat sie gut gemacht und man darf gespannt sein, was als Nächstes kommt.

Melania Trump, das alte Pokerface, hatte jedenfalls auch ihren Auftritt: als sie bei der Rede des Präsidenten zur Lage der Nation am selben Tag im Repräsentantenhaus auftauchte - man war sich bis zum Schluss nicht sicher, ob sie wirklich kommen würde - trug sie ihren Teil dazu bei, die Gerüchte weiter zu schüren. Auch sie schwieg überwiegend, lächelte, winkte und trug Weiß: die Farbe der Suffragetten und die Farbe der weiblichen Kongressmitglieder der Demokraten im vergangenen Jahr - diese trugen aus Protest gegen US-Präsident Trump bei einem seiner Auftritte weiße Outfits.

Quelle: ntv.de, soe