Unterhaltung

Berühmter TV-Imbiss in Köln "Wurstbraterei" aus dem "Tatort" schließt

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Ihre Fälle lösen Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus Behrendt, v.l.) gern bei Currywurst und Pommes.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie ist die wohl bekannteste Imbissbude Deutschlands: die "Wurstbraterei" am Rhein in Köln. Dort treffen sich die "Tatort"-Ermittler Freddy Schenk und Max Ballauf in fast jeder Folge auf eine Currywurst. Nun bleibt der Grill in dem historischen Wagen kalt, kommt aber vielleicht ins Museum.

Ein Snack von der "Wurstbraterei" gehört zum Kölner "Tatort" dazu. In nahezu jeder Folge futtern und philosophieren die TV-Kommissare Max Ballauf (gespielt von Klaus Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) vor dem historischen Imbiss. Nun geht das Betreiber-Ehepaar samt Wagen in Rente.

"Uns ist es auch nicht leichtgefallen", sagte der 66-jährige Gastronom Ralf Jäger-Vosen ntv.de. Aber Gründe gebe es viele. Für ihn und seine 63-jährige Frau Eva seien die Corona-Sicherheitsvorkehrungen zu aufwendig. Aber auch der Krebs-Tod ihrer Tochter im Frühjahr habe zu der Entscheidung beigetragen. Eigentlich war geplant, dass sie den berühmten Imbiss eines Tages übernimmt. Auch Vosens Schwiegermutter, die dort immer geholfen habe, sei 2019 gestorben.

Vosen und seine Frau hoffen, dass der historische Imbisswagen von 1954 im Museum ein neues Zuhause findet. Das Freilichtmuseum Kommern in der Eifel möchte ihn gern haben. Doch auch zwei weitere Museen aus Köln und Bonn haben Interesse angemeldet. "Das Rennen ist offen", sagt Vosen.

"Ohne Currywurst hat der Klaus nicht angefangen"

Seit über 20 Jahren ist die "Wurstbraterei" im Fernsehen zu sehen. "Ein Requisiteur war damals eigentlich auf der Suche nach einer Kegelbahn für den 'Tatort'", erklärt der Betreiber. Zufällig entdeckte er aber den "schnuckeligen" Imbisswagen am Rheinauhafen, der von Anfang an in Besitz der Familie Vosen war. Dieser war damals eigentlich schon ausrangiert. Als der Deal mit dem Fernsehen stand, belebten die Gastronomen ihn wieder. "Die Werbung war natürlich unbezahlbar."

Bei jedem Dreh stand Vosen immer selbst in der Bude. "Für eine Minute Fernsehen wurde acht Stunden gedreht", erinnert er sich. Für Klaus Behrendt, der den Max Ballauf spielt, war dabei immer klar: "Ohne Currywurst hat der Klaus gar nicht angefangen zu drehen." Wo Ballauf und Schenk künftig schlemmen, wird sich zeigen. Für Ende Juli hätten die Betreiber noch ein letztes Mal einen Dreh für einen "Tatort" vereinbart.

Dass das TV-Team den Wagen für die Dreharbeiten aus dem Museum holt, kann sich Vosen nicht vorstellen. Er sei sehr alt, habe keine Bremsen und dürfe nur 25 Kilometer pro Stunde fahren. Bisher musste Vosen ihn für jede Folge ohnehin vom Rheinauhafen extra an das gegenüberliegende Rheinufer transportieren - wohl um den Zuschauern den Blick auf den Kölner Dom zu gönnen.

Quelle: ntv.de

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