Unterhaltung
Der Flur von Karyna.
Der Flur von Karyna.(Foto: Karina Kaliwoda)
Sonntag, 04. Januar 2015

Ein Blick in fremde Wohnungen: Lebst du noch oder wohnst du schon?

Von Solveig Bach

Einmal ungestraft in fremden Wohnungen herumstromern und sich mal ganz in Ruhe umsehen, das hat seinen ganz eigenen Reiz. Vor allem dann, wenn sich darin so viele Inspirationen verbergen, wie in den Wohnungen der Solebich-Community.

Solebich.de ist eine Wohn-Community und eigentlich im Internet zu Hause. Das Konzept der Seite basiert darauf, dass Menschen aus aller Welt Bilder hochladen, die sie in ihren Wohnungen aufgenommen haben. Aus der Einrichtung des anderen kann man Inspiration beziehen oder Freude, man kann sich über seinen Geschmack befragen oder sein Stilempfinden schulen. Inzwischen versteht sich die Seite als soziales Netzwerk, das Wohnbegeisterte zusammenbringt.

Das ist im Blog spannend anzusehen und nun auch in Buchform ein echtes Vergnügen. Nicole Maalouf, die Frau hinter Solebich.de, bleibt dabei ihrem Motto treu: Wohne, wie es dir gefällt. Aber was gefällt und warum? Das Buch zeigt Flure, Küchen, Ess- und Arbeitsplätze, Kinder-, Wohn- und Schlafzimmer von Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei trifft Landhaus auf Flohmarkt und Möbelschwede auf Designklassiker.

Ein Schuhregal unter der Treppe ist beispielsweise eine geniale Idee, da fliegt nichts im Flur herum. Bei Homefay ist das Ganze auch noch auf Rollen, so dass man die Konstruktion mühelos bewegen kann, wenn unter der Treppe mal wieder gewischt werden muss. Und wenn der eigene Flur nun gar keine Treppe hat? Dann wird der Raum eben mithilfe eines selbst bemalten Klebebandes zur Rennstrecke für die Autos des Nachwuchses. So machen die das bei Villa Kunterbunt.

Ein bisschen individuell geht immer

Vor allem bei den Küchen kann man regelrecht ins Schwärmen geraten. Wer Glück hat, übernimmt in seiner Mietwohnung herrliche historische Kachelwände und kann sich nach deren Farben dann auch mit Geschirr und Deko richten. Mimameise mischt dann noch Einbauten und Stühle kräftig und es sieht immer noch edel aus. Dass Ikea-Küchen durchaus weit verbreitet sind, muss einen auch nicht davon abhalten, das schwedische Einheitsdesign noch ein wenig zu individualisieren. Dunkle Wände, gerahmte Kunst und eine Designerlampe machen aus dem Kochzimmer einen echten Hingucker, trotz Faktum.

Und dann die Schlafzimmer, Orgien in Pastell, orientalische anmutende Lager oder edle Schlichtheit in Weiß und Holz. Wer vorher nicht den dringenden Wunsch verspürte, wieder einmal ein wenig Möbel zu rücken und Wände zu färben, den locken wahrscheinlich auch nicht die manchmal erstaunlich simplen DIY-Tipps.

Die geradezu unerschöpfliche Inspiration der fast 200 Seiten liegt vor allem darin, dass hier keine von Innenarchitekten gestylten Showrooms zu sehen sind, sondern echte Wohnungen von echten Menschen. Zugegeben: Sie sind wahrscheinlich etwas aufgeräumter als im normalen Alltag, aber authentisch ist es allemal. Und wem das nicht reicht, der kann ja gleich weiterziehen, im Netz haben bestimmt ein paar Wohnenthusiasten neue Bilder hochgeladen.

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Quelle: n-tv.de