Kino

Die Rückkehr von "Tom & Jerry" Das Katz-und-Maus-Spiel geht nie zu Ende

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Sie machen New York unsicher: Tom & Jerry.

(Foto: Courtesy Warner Bros. Pictures)

80 Jahre haben Tom und Jerry bereits auf dem Buckel. Doch das Alter sieht man ihnen gar nicht an. Im Gegenteil: Noch immer können sie sich jagen, kloppen und vierteilen, als gäbe es kein Morgen, um danach wieder aufzustehen, als wäre wiederum nichts gewesen. Nun kehren sie zurück ins Kino.

Und? Wem gelten ihre Sympathien? Dem ewigen Loser Tom oder dem gewieften Schlaumeier Jerry? An dieser Frage sollen sich schon Freundschaften geschieden haben. Doch das ist ein paar Jährchen her. Schließlich endete die deutsche TV-Hochzeit des endlosen Katz-und-Maus-Spiels 1990, als die legendäre Cartoon-Serie mit dem Udo-Jürgens-Intro "Vielen Dank für die Blumen" letztmals im ZDF ausgestrahlt wurde.

Natürlich wurde die Reihe danach noch x-mal auf anderen Sendern wiederholt. Natürlich gab es auch nach 1990 noch zahlreiche Spin-offs, Neuauflagen oder auch etwas kindgerechtere "Tom & Jerry"-Varianten, die sich an den ab 1940 produzierten Original-Cartoons orientierten. Und natürlich hatte das Duo Infernale auch schon diverse Auftritte in abendfüllenden Spielfilmen, darunter ein schlicht "Tom & Jerry - Der Film" betitelter Kinostreifen aus dem Jahr 1992. Doch vor allem die Zeit, als das Fernsehen noch im Wesentlichen aus drei Programmen bestand und der Kater und die Maus zum Udo-Jürgens-Song über den öffentlich-rechtlichen Bildschirm flitzten, dürfte vielen in Erinnerung geblieben sein.

Zwischen Live Action und Animation

Dem deutschen Verleih des ebenfalls nur "Tom & Jerry" getauften Films, der nun in die Kinos kommt, ist das selbstredend nicht entgangen. Dementsprechend ist im Abspann auch Annett Louisan mit einer Coverversion von "Vielen Dank für die Blumen" zu hören. Für die Macher des Films rund um "Fantastic Four"-Regisseur Tim Story stellte sich schließlich keine geringere Herausforderung, als sowohl an die Nostalgie älterer Generationen zu appellieren als auch jüngere "Tom & Jerry"-Fans zu gewinnen.

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Chloë Grace Moretz übernimmt die nicht-animierte Hauptrolle.

(Foto: Courtesy Warner Bros. Pictures)

Dabei präsentieren sie Katz und Maus erstmals in einem völlig neuen Gewand. In "Tom & Jerry" (2021) werden den beiden Titelhelden schließlich Menschen aus Fleisch und Blut zur Seite gestellt. Der Film ist somit das allererste "Tom & Jerry"-Abenteuer, das eine Mischung aus Animation und sogenannter Live Action ist, auch wenn es vergleichbare Hybrid-Streifen natürlich schon lange gibt: "Mary Poppins" etwa, "Space Jam" und "Roger Rabbit".

Kindgerechtes Retro-Gefühl

Die schlechte Nachricht: Den Versuch eines Spagats, um eine möglichst breite Zielgruppe abzuholen, merkt man dem Film leider deutlich an. Ein simpler Plot, eine komplett überzeichnete Liebesgeschichte und die vergleichsweise zahm-reduzierten Gemetzel zwischen Tom und Jerry nehmen dann doch vor allem die Kinder vor der Leinwand ins Visier. Die gute Nachricht: Das heißt nicht, dass nicht auch Erwachsene an dem Film Spaß haben könnten. Dafür sorgt allein das Retro-Gefühl beim Zugucken und die spaßige Verknüpfung von Realfilm und Animationskunst, mit der auch alle anderen tierischen Protagonisten - von Bulldogge Spike über Elefanten bis hin zu einem ausgewachsenen Tiger - dargestellt werden.

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Auch der gute alte Spike darf in dem Film natürlich nicht fehlen.

(Foto: Courtesy Warner Bros. Pictures)

Worum geht es? Die ebenso abgebrannte wie an sich unqualifizierte Kayla Forester (Chloë Grace Moretz) erschwindelt sich eine Anstellung im New Yorker Luxushotel "Royal Gate", in dem in Kürze die Traumhochzeit des Promi-Paares Ben (Colin Jost) und Preeta (Pallavi Sharda) über die Bühne gehen soll. Eigentlich könnte für Kayla alles ganz gut sein, wäre da nicht der ihr vorgesetzte und nicht gerade wohl gesonnene Eventmanager Terence Mendoza (Michael Peña). Und wäre da nicht ausgerechnet kurz vor dem High-Society-Großereignis diese Maus im Hotel gesichtet worden. Kayla soll sich um das Problem kümmern. Da kommt es ihr natürlich gerade recht, dass ihr mit Tom der scheinbar perfekte Problemlöser vor die Füße läuft. Sie kann ja nicht ahnen, welchen Katzenjammer sie sich damit einhandelt und wie Fehden zwischen Tom und Jerry üblicherweise ausgehen …

"Manchmal spielt das Leben mit dir gern Katz und Maus. Immer wird's das geben, einer, der trickst dich aus", sang Udo Jürgens seinerzeit. Ausgetrickst wurden Tom und Jerry etwa von der Corona-Pandemie. Eigentlich sollte der Film nämlich schon viel früher ins Kino kommen. Doch nun endlich kann die Katze aus dem Sack gelassen werden. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

"Tom & Jerry" (2021) läuft ab dem 12. August in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de

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