Kino

Glaube, Liebe, Hoffnung "Silence" - direkt in die Eingeweide

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Der Film ist Scorceses Herzensprojekt. Das merkt man.

(Foto: AP)

Nehmen Sie sich Zeit für diesen Film, denn er ist ungewöhnlich. Langsam, ruhig, brutal und aktuell - obwohl er die Geschichte zweier Geistlicher im 17. Jahrhundert erzählt, die sich in Japan auf die Suche nach ihrem Lehrer machen.

Die wahren Geschichten sind es, die uns wirklich bewegen - auch wenn sie fast 400 Jahre alt sind. Geschichten, die von einer Zeit erzählen, in der die Welt noch nicht ergoogelt werden konnte, man wahre Abenteuer erlebte und diese nicht selten mit dem Tode bezahlte. Gerade heute wieder treiben uns die Fragen nach dem Glauben um: Welcher Glaube? Wieviel ist gut? Und sollte ich versuchen, andere von meinem Glauben zu überzeugen? Was ist richtig, was ist falsch?

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Sebastião Rodorigues (Andrew Garfield) und der undurchschaubare Kichijiro (Yosuke Kubozuka).

(Foto: AP)

Basierend auf historischen Ereignissen erzählt "Silence" in monumentalen Bildern von der außergewöhnlichen Kraft des menschlichen Glaubens und dem spirituellen Überlebenskampf vor allem eines jungen Priesters - gespielt von Andrew Garfield - im Japan des 17. Jahrhunderts. 1638 brechen er - Pater Sebastião Rodrigues - und Pater Francisco Garpe (Adam Driver) von Portugal ins völlig abgeschottete Japan auf, um der Wahrheit hinter dem undenkbaren Gerücht nachzugehen, demzufolge ihr berühmter Lehrer Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) seinem Glauben abgeschworen habe.

Grandiose Darstellerriege

Nach ihrer Ankunft erleben die beiden die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen durch die japanischen Machthaber. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordnung ist, stellt sich Sebastião auf seiner Reise durch das von der Gewaltherrschaft der Shogune zerrissene Land die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen?

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Adam Driver als Pater Garpe.

(Foto: dpa)

Der Film basiert auf dem Roman "Schweigen" von Shūsaku Endō, und Meisterregisseur Martin Scorsese konnte für sein Herzensprojekt eine mehr als grandiose Darstellerriege verpflichten: Der bereits erwähnte Andrew Garfield, den wir seit "Spider Man" ins Herz geschlossen haben, und "Star Wars"-Star Adam Driver sind als junge katholischer Priester auf einer Reise durch ein von Gewalt und Terror zerrissenes Japan, in dem sie sich ihre persönliche Glaubensfrage stellen müssen.

Garfield "ist ein Geschenk Gottes"

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Beistand für den japanischen Dorfbewohner Mokichi (Shinya Tsukamoto).

(Foto: AP)

Außerdem dabei: einer, über den man keine Worte mehr verlieren muss: Liam Neeson, der japanische Star Tadanobu Asano ("Thor") und "Game of Thrones"-König Ciarán Hinds. Unter Scorseses Leitung inszenierte das Team ein intensives Filmereignis, das tief unter die Haut geht und tatsächlich mitten in die Eingeweide der Zuschauer zielt.

Mit der Besetzung des Oscar-nominierten Andrew Garfield für die komplexe und hochwichtige Figur des Pater Sebastião Rodrigues beweist Martin Scorsese ein unglaublich gutes Händchen. "Andrew hat das richtige Alter, aber vor allem: Er hat die Fähigkeit, diese Rolle zu meistern. Und sie bedeutet ihm etwas. Offen gestanden, er ist ein Geschenk Gottes", schwärmte der Regisseur nach den Dreharbeiten.

Und Garfield selbst? "Wie kannst du nein sagen, wenn Martin Scorsese anruft?" Für den Oscar wurde er dennoch nicht wegen "Silence" nominiert, sondern für seine Darstellung des selbstlosen Sanitäters Desmond Doss in Mel Gibsons "Hacksaw Ridge - Die Entscheidung". Dieses Jahr ging er leer aus, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

"Silence" startet am 2. März in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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