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Mittwoch, 06. Juni 2018

"Jurassic World" ist nachhaltig: Wenn Science Fiction zur Wirklichkeit wird

Von Sabine Oelmann

Was ist noch gruseliger als ein Dinosaurier? Ein "Ding". "SIE haben das gemacht", sagt das kleine Mädchen schaudernd und Bryce Dallas Howard und Chris Pratt machen sich ein bisschen in die Hose. Popcorn-Kino vom Feinsten.

Zugegeben, das klingt ein bisschen fies, dass die Hauptdarsteller sich vor Angst in die Hose machen - denn eins ist klar: "Jurassic World" ist perfektes Popcorn-Kino. Mit vorhersehbaren Wendungen, ja. Von vornherein ist klar, wer der Bösewicht ist, dass das kleine Mädchen echt pfiffig ist, wer sich kriegt und wer gefressen wird.

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Aber das macht nichts. In diesem Stück Kino-Geschichte - und nichts anderes ist die "Jurassic"-Reihe - sitzt jede Bewegung, jeder Blick, jede Pointe und jeder Spruch. Und das ist super, denn das macht den Film zu einem vergnüglichen Kino-Erlebnis. Man weiß, worauf man sich einlässt und wenn man will, dann kann man bereits in das Ende hineininterpretieren, dass es einen weiteren Teil geben wird. So ist in Richtung Sommerferien kinomäßig alles im Lack, man muss sich nicht mehr groß anstrengen und selbst wenn man die Vorgänger nicht gesehen hat - intellektuell ist das zu verschmerzen.

Natürlich wurde versucht, der Geschichte einen zeitgemäßen Anstrich zu verpassen. Darum geht es auch nicht mehr um den schnöden Profit eines Freizeitparks, sondern um die Erhaltung einer Art, die es so nicht mehr auf der Welt gibt. Ja, ein paar Jahre sind nun vergangen, seit der Themenpark Jurassic World samt Luxus-Resort von gefährlichen Dinosauriern zerstört wurde. Und seit die Menschen von der Isla Nublar fliehen mussten, behaupten sich die übrig gebliebenen Saurier als unangefochtene Herrscher des Dschungels. Doch als der inaktiv geglaubte Vulkan der Insel anfängt zu brodeln, müssen Owen (Chris Pratt) und Claire (Bryce Dallas Howard) zurückkehren, um die letzten Dinosaurier vor dem Aussterben zu bewahren. Die Rettungsaktion erweist sich als gefährlicher als gedacht, da es bereits bei ihrer Ankunft auf der Insel Lava regnet. Während Owen verzweifelt versucht, seinen Raptor "Blue" zu retten, kommen die übrigen Expeditionsmitglieder einer Verschwörung auf die Spur, durch die die Erde in den lebensfeindlichen Zustand der Urzeit zurückkatapultiert werden könnte.

Wieder dabei: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard und Jeff Goldblum.
Wieder dabei: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard und Jeff Goldblum.(Foto: REUTERS)

Staunen, Spannung und Schnappatmung versprach diese Kinoserie von Anfang an - seit vielen Jahren zählt sie daher zu den beliebtesten und erfolgreichsten Franchises der Filmgeschichte. Im jüngsten "Jurassic"-Streich treffen wir daher alte Helden und neue Dinosaurier - mehr als je zuvor. Die Hauptdarsteller Chris Pratt und Bryce Dallas Howard sind ebenso wieder dabei wie die ausführenden Produzenten Steven Spielberg und Colin Trevorrow. Zu den weiteren Darstellern zählen James Cromwell, Ted Levine, Justice Smith und Geraldine Chaplin in einer leider viel zu kleinen Rolle. Auch Jeff Goldblum hielt sich nur kurz am Set auf - aber was macht das schon, es ist immerhin Jeff Goldblum.

So funktionieren die "Jurassic"-Dinos

Für "Jurassic World: Das gefallene Königreich" wurde sowohl mit computergenerierten Dinosauriern  als auch mit Animatronics - Puppen und Figuren, die mechanisch, pneumatisch und elektronisch gesteuert werden - gearbeitet. Um die Dinosaurier so lebensnah wie möglich darzustellen, wurden Paläontologen konsultiert, anatomisch korrekte Modelle erstellt und für den richtigen Bewegungsablauf sehr komplexe Effektsimulationen durchgeführt. Dabei geht es auch darum, den Tieren Persönlichkeit und Eigenschaften zu verpassen. So ist es möglich, diesen Urzeitlebewesen ein zum Teil sympathisches Wesen zu verpassen, andere wiederum noch bedrohlicher wirken zu lassen.

Dinosaurier zum Anfassen

Manchmal ist es für den kreativen Vorgang sogar von Vorteil, den Dinosaurier in voller "Lebensgröße" am Set zu sehen. Als Regisseur J.A. Boyana den Tyrannosaurus erstmals in seiner ganzen Dimension sah, war das nicht nur für den Filmemacher, sondern auch den Erschaffer der Kreatur ein besonders aufregender Moment. Was wäre auch ein "Jurassic"-Film ohne den berüchtigten T-Rex? Damit die Dinosauriermodelle und Schauspieler realistisch miteinander interagieren, wurde das Produktionsteam von einem Tierarzt am Set beraten.

Nebst den Dinosauriern, die auf wahrhaftigen Vorbildern beruhen, gibt es dieses Mal das bereits eingangs erwähnte "Ding" - das Monster unter den Dinosauriern: den Indoraptor - eine neue, genetisch modifizierte Spezies, die die anderen Dinos tatsächlich alt beziehungsweise lieb aussehen lässt. Den Entwurf der Computer-Designer mussten die Animatronic-Künstler übernehmen und quasi in die "Realität" übertragen. Da es sich um eine Kreatur handelt, deren Gene aus vielen Arten stammt, wurde hier für die Ausarbeitung der Details genau und intensiv geforscht.

Das Team bestand zudem aus vielen Puppenspielern, die die Dinosaurier mit einer Mischung aus verschiedenen Techniken zum Leben erweckten. So waren für "Blue" zum Beispiel bis zu 12 Puppenspieler eingeteilt. Um den Machern und Darstellern des Films ein optimales Gefühl für die Dinosaurier zu geben, war der Einsatz klassischen Schauspiels (so weit möglich) und nicht-computergenerierter Effekte unerlässlich. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn die Handlung an vielen Stellen zu wünschen lässt.

"Jurassic World: Das gefallene Königreich" startet am 6. Juni in den deutschen Kinos.

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Quelle: n-tv.de