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True Crime trifft Audio Profiler "Auris": Wer nicht hören will, muss fühlen

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"Auris" ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Hörspielreihe von Audible.

(Foto: audible)

Ob "Monk" oder "Dr. House", es sind ihre schrulligen Macken, die diese Thriller-Figuren so beliebt machen. Aber sie bekommen nun deutsche Konkurrenz in Matthias Hegel. Kriminologe, Audio Profiler - und Mörder? Was hat sich Sebastian Fitzek dabei nur gedacht?

Matthias Hegel hat es, das absolute Gehör. Die kleinste Abweichung vom Klang einer Stimme genügen ihm, um Menschen zu retten und Kriminelle hinter Gitter zu bringen. Hegel ist ein forensischer Phonetiker, ein Audio-Profiler. Er arbeitet mit Klängen, Tönen, Nuancen menschlicher Stimmen, sie sind seine Fingerabdrücke. Und Hegel ist gut, sehr gut. Als er an diesem ersten sonnigen Sommertag mit kinderbuchblauem Himmel in eine Spandauer Neubausiedlung gerufen wird, geht es darum, zwei Kinder aus den Händen eines anscheinend zu allem entschlossenen Entführers zu befreien. Kühler Kopf ist gefragt, Ruhe, messerscharfe Analyse - sonst wird gestürmt und es gibt mit großer Sicherheit Tote.

Hegel macht seinen Job, trotz der Anfeindungen der Kollegen. Sie verstehen Hegels Gabe nicht, machen sich darüber lustig. Hinter seinem Rücken zollen sie ihm aber heimlich Respekt. Auch dieses Mal, denn Hegel hört sich erst die Anrufe des Entführers an, kommt zu seinen Schlüssen - und marschiert schnurstracks allein ins Haus, nur um wenig später mit den beiden Kindern wieder herauszukommen. Allesamt unverletzt. Hegel hat es wieder einmal geschafft. Der Entführer entpuppt sich als Gasmann, der einen Schlaganfall erlitten hat und deshalb dabei war durchzudrehen. Alles halb so wild.

Kleinste Details entscheiden über Leben und Tod

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Doch nach diesem Fall lässt sich Hegel festnehmen. Er gesteht aus heiterem Himmel dem bestialischen Mord an einer Obdachlosen, deren schrecklich zugerichteten Leichnam er in seinem Keller versteckt hatte. Der Fall schlägt hohe mediale Wellen, auch weil er unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird. Hegel muss ins Gefängnis, für eine sehr lange Zeit. Aber viele Fragen bleiben offen.

Fragen, die die junge Radio-Journalistin Jula Ansorge für eine neue True-Crime-Serie beantworten will. Irgendetwas, vielleicht weibliche Intuition, sagt ihr, dass Hegel unschuldig ist, dass er die Frau, wer auch immer sie war, nicht umgebracht hat. Und so beginnt sie zu recherchieren, stöbert, wirbelt Staub auf und eckt an. Selbst Hegel, den sie ein paar Mal im Gefängnis besucht, rät ihr, die Finger von dem Fall zu lassen: Sonst werde sie das bereuen und teuer bezahlen.

Jula ist dadurch noch mehr angefixt. Ein ihr heimlich zugespieltes Video zeigt Hegel zur Tatzeit am Eingang zu einer Tiefgarage. Hat sie nun endlich einen Ansatzpunkt? Sie forscht nach, findet weitere entlastende Details - und erhält aus heiterem Himmel einen Anruf, eine allerletzte Warnung und die Mahnung, dass der "Dämon" Hegel nie freikommen dürfe. Wer steckt dahinter? Wer will verhindern, dass sie Hegel entlastet? Wer droht ihr?

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Jula tappt im Dunkeln, aber die Stimme am Telefon meinte es offenbar sehr ernst, denn kurz darauf ist ihr Halbbruder Elias wie vom Erdboden verschluckt. Und Jula hat nur noch wenig Zeit, um ihn zu finden. Denn die Stimme des Entführers macht deutlich, dass der Spaß vorüber und die Sache ernst ist, todernst. Diesen Tipp kann Hegel Jula nach dem Abhören des mitgeschnittenen Telefonats noch geben. Aber reicht das?

"Auris", Auftakt zu einer neuen Thriller-Serie

Die Frage bleibt offen, zumindest an dieser Stelle. Die Zuhörer sollten sie sich selbst beantworten, denn bei dem Plot handelt es sich um "Auris", das neueste Hörspiel aus der Audible-Original-Reihe. "Auris" geht auf eine Idee des Thriller-Bestsellerautors Sebastian Fitzek zurück. Dem Berliner, der in TV-Talkrunden schon einmal damit glänzt, einen Thriller nur mithilfe der anderen Talkgäste zu entwerfen, scheint genau daran den größten Spaß zu haben: aus einer noch so kleinen Idee einen Thriller-Pageturner par excellence zu entwickeln und das in kürzester Zeit. "Auris" ist dafür das beste Beispiel.

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Oliver Masucci leiht Matthias Hegel seine Stimme.

(Foto: Sven Krohn, Audible)

Dabei zahlt es sich aus, dass es als Hörspiel auf den Markt kommt: Mehrere Stimmen und diverse Hintergrundgeräusche erzeugen nicht nur eine einzigartige Atmosphäre, sie ziehen den Hörer auch unweigerlich in den Bann. Bereits nach wenigen Minuten kann man seine Ohren nicht mehr abwenden, will "Auris" in einem Ruck durchhören - und das gelingt problemlos. Neben den markanten und fesselnden Stimmen von Simon Jäger (Erzähler; Synchronstimme von Matt Damon), Schauspielerin Svenja Jung (Jula) und Oliver Masucci (Hegel) liegt das auch an der idealen Länge des Hörspiels mit 6:42 Stunden.

Wenn draußen also mal nicht die Sonne von einem kinderbuchblauen Himmel lacht, stattdessen Wolken graue Stimmung verbreiten und die Regentropfen gegen die Fenster und auf die Dächer prasseln: Einfach Handy ausschalten, ruhigen Ort suchen, sich in eine Decke mummeln und "Auris" hören - in einem Rutsch! Spannung, Gänsehaut und Kurzweil sind garantiert.

Quelle: n-tv.de

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