Musik

Mädchenschwarm? "Immer noch!" Oli.P hat wieder Flugzeuge im Bauch

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Auch heute begeistert er noch seine Fans bei 90er-Jahre-Festivals oder am Ballermann: Oli.P.

(Foto: Julian Huke Photography)

Mit dem Herbert-Grönemeyer-Cover "Flugzeuge im Bauch" gelingt Oli.P 1998 ein Riesenhit. 20 Jahre später nimmt er mit "Alles Gute" ein Album auf, das (fast) nur aus Neuinterpretationen besteht. Mit n-tv.de spricht er aber auch über Hunde, GZSZ, "Promi Big Brother" und das Leben als (Ex-)Mädchenschwarm.

n-tv.de: "Alles Gute" heißt Dein neues Album. Und ich habe nachgeguckt: Es erscheint einen Tag vor Deinem Geburtstag. Machst Du Dir also selbst ein Geburtstagsgeschenk?

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Oli.P: (lacht) Na ja, ob das ein Geburtstagsgeschenk wird, erfahre ich dann eine Woche später,wenn die Charts rauskommen. Aber im Ernst: Das Album ist ja schon länger fertig. Für mich ist es das schönste Album, das ich je gemacht habe. Die Arbeit hat mir unfassbar viel Spaß gemacht und ich bin mit den Nummern zu hundert Prozent zufrieden. Insofern ist es vielleicht schon ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk - aber eigentlich hat es mit meinem 41. Geburtstag gar nichts zu tun.

Das Album erscheint rein zufällig auch an dem Tag, an dem eine neue Staffel von "Promi Big Brother" im TV anläuft ...

(lacht) Das haben wir geplant!

Einige haben Dich ja wahrscheinlich noch als "Big Brother"-Moderator in Erinnerung. Guckst Du Dir das an, wenn das jetzt im Fernsehen läuft?

Eher nicht. Das liegt aber nicht an "Big Brother" oder dem Format. Ich bin so viel unterwegs und am Arbeiten, dass ich selten dazu komme, mir etwas linear im Fernsehen anzuschauen. Das klingt vielleicht hochtrabend, ist aber tatsächlich so. Ich nehme immer irgendwas auf, bin auf der Autobahn oder auf der Bühne. Und auch wenn ich mal Zeit habe, sind alle Sendungen, die nach 20 Uhr starten, meist für mich zu spät. Meine Frau schläft so gegen 9 ein. Und ich dann 10 nach 9. (lacht)

Dein neues Album ist ja - von dem Song "Hallo Schatz" abgesehen - ein Cover-Album, auf dem Du deutschsprachige Hits von früher neu interpretierst. Sind das Lieblingslieder von Dir?

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Auf jeden Fall. Die Idee dazu kam mir durch die Sendung "Alle singen Kaiser", in der ich im März aufgetreten bin. Dort durften alle aus Songs von Roland Kaiser etwas Eigenes machen. Ich habe mir "Lieb mich ein letztes Mal" ausgesucht. Roland kam danach zu mir und meinte: "Großer, det haste richtich jut jemacht." Das hat mich darauf gebracht, mal meine Top-40-Liste aufzuschreiben - mit den Songs, die ich am häufigsten im Auto oder in der Badewanne singe. (lacht) Die habe ich dann meinem Produzenten präsentiert. Er ist ein Jahr älter als ich und meinte nur: "Ja, wir hatten die gleiche Jugend." Aber natürlich konnten wir nicht alle aufnehmen, sondern mussten eine Auswahl treffen.

Die Songauswahl schwankt zwischen Pop, Neue Deutsche Welle und - apropos Roland Kaiser - Schlager. Du scheinst also mit keinem Genre Berührungsängste zu haben ...

Nein. Ich kann nochmal den Vergleich zu den Autofahrten als Kind auf der Rückbank von meinem Vater ziehen. Was wir da für eine Bandbreite gehört haben! Das ging von Verdi und Carl Orff über Mink DeVille und Dusty Springfield bis Moody Blues, Mike Oldfield, Mixed Emotions, Drafi Deutscher, Jürgen Drews, George Michael, Westernhagen, Grönemeyer und so weiter und so fort. So hat man ja auch damals ferngesehen. Da lief dann um 20.15 Uhr Wim Thoelke oder Kurt und Paola Felix, "Na sowas!", "Wetten, dass..?", die "Hitparade" oder "Peter Alexander präsentiert". Da gab es dann immer auch die Musikgäste - und man hatte alles von Schlager über Pop bis Rock.

Hip-Hop nicht zu vergessen ...

Ja, es gibt auch Tage, an denen ich im Auto sitze und ganz viel Oldschool-Hip-Hop höre. Da höre ich dann Prodigy-Alben aus den 90ern. Aber ich habe auch meine Hans-Hartz-Tage, an denen ich dann "Die weißen Tauben fliegen nicht mehr" höre. Aber genau das ist doch schön. Warum sollte man sich nur für ein Genre interessieren? Entweder mag man halt ein Lied oder nicht. Berührungsängste habe ich da überhaupt nicht.

Es gibt auf dem Album auch eine neue Version von "Flugzeuge im Bauch". Mit diesem Herbert-Grönemeyer-Cover hast Du ja vor rund 20 Jahren einen riesigen Hit gehabt. Warum hast Du es neu eingespielt?

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Eben weil die Nummer 20. Geburtstag hat - und sie bei den Fans trotzdem noch immer aktuell ist. Ich glaube, mein größtes Konzert in diesem Jahr war vor 58.000 Leuten. Ich gebe jedes Jahr weit über 200 Konzerte. Und da ist natürlich auch "Flugzeuge im Bauch" immer dabei. Die Nummer gehört zum Glück ganz doll zu meinem Leben. Den Song jetzt nochmal neu aufzunehmen, soll ein kleines Dankeschön an ihn sein.

Versuchst Du mit dem Album auch an das ehemalige Erfolgsmodell von "Flugzeuge im Bauch" anzuknüpfen?

Nein, das kann man ja gar nicht mehr vergleichen. Ich glaube, damals wurden allein in Deutschland 1,9 Millionen Maxi-CDs von dem Song verkauft. So etwas ist heute gar nicht mehr denkbar. Es werden ja kaum noch CDs verkauft. Ich würde mich schon freuen, wenn das Album in die Top Ten kommt. Das wäre ein Riesenerfolg.

Als "Flugzeuge im Bauch" 1998 durch die Decke ging, warst Du 20, auf einmal in aller Munde und galtst als Mädchenschwarm ...

Und heute immer noch! (lacht)

Welche Erinnerungen hast Du daran?

Es war natürlich eine aufregende Zeit. In der Zeit, in der du eigentlich selbst noch die "Bravo" liest, berühmt zu werden, ist schon irre. Auf einmal darfst du mit den Musikern auf der Bühne stehen, von denen du selbst Fan bist. Und das ist heute noch so: Letztes Jahr etwa durfte ich bei Florian Silbereisen mit David Hasselhoff "Looking for Freedom" singen. ALLE Poster von Hasselhoff hingen früher in meinem Zimmer. (lacht) Das erste Konzert, auf das ich gegangen bin, war von ihm. Ich habe mir das also auch im 23. Berufsjahr bewahrt: Ich finde es immer noch toll, wenn ich auf einmal auf Menschen treffe, von denen ich selbst Fan bin.

Du hast einen Sohn, der selbst inzwischen 20 ist. Vermutlich ist er inzwischen der Mädchenschwarm in der Familie ...

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Er ist fest vergeben. Und er macht eine Ausbildung als Veranstaltungskaufmann. Ich feiere am Sonntag meine Albumveröffentlichung mit einem Konzert - und er veranstaltet das. Er ist an dem Tag der technische Verantwortliche und der Ansprechpartner für alle anderen. Wenn da also irgendetwas schiefgeht, ist mein Sohn schuld. (lacht)

Was sagt er denn zu deiner Musik? Spielst Du sie ihm vor?

Ja, er hört sich das auf jeden Fall an. Aber ich erwarte das eigentlich gar nicht. Ich sage immer: "Alles kann, nichts muss. Hier ist der Link zum Album. Du kannst ja mal reinhören, damit du weißt, was ich mache." Dann kommt von ihm zurück: "Hä? Das weiß ich doch alles schon. Ich habe mir doch die Videos schon angesehen. Mega-cool!" Er sagt mir oft, dass er stolz auf mich sei und darauf, was ich alles mache und schaffe. Das ist schon toll.

Auf dem Album befinden sich zwei Duette, eines mit Deiner Frau Pauline beim Markus-Song "Kleine Taschenlampe brenn". Hast Du sie dazu überredet oder sie Dich?

Das war so: Ich hatte ihr gesagt, dass ich es supertoll fände, mal mit ihr zusammen was zu singen. Sie traute sich aber erstmal nicht. Irgendwann hat sie dann die Song-Liste mit den Liedern gesehen, die wir für das Album herausgesucht hatten. Ihr Blick fiel auf "Kleine Taschenlampe brenn" und sie sagte: "Okay, das würde ich mit Dir singen". Da habe ich meinen Produzenten angerufen und ihm gesagt: "Du, das wird jetzt ein Duett."

Das andere Duett singst Du bei "We love to love" mit Thomas Anders ...

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Ja, mit ihm und seiner Frau haben wir uns genau an dem Abend getroffen, nachdem wir "Kleine Taschenlampe brenn" aufgenommen hatten. Der Grund war eigentlich, dass sie - wie ich und meine Frau - auch im Hunde-Bereich tätig ist und ein paar Hundeläden hat. Aber Thomas war eben auch dabei. Und wie es der Zufall will, auch mein Produzent, der auch Thomas produziert. Wir sprachen über die Songs auf meinem Album. Und als Thomas hörte, dass "We love to love" dabei ist, sagte er: "Boah, das will ich singen!" Und auf einmal hatten wir zwei Duette. 

Du hast mit Deiner Frau zwei "Wohlfühl-Läden" in Köln und auf Sylt. Das kommt noch zur Musik, Schauspielerei und Moderation bei Dir hinzu. Was ist eigentlich deine Priorität?

Jede Sache hat für sich Priorität. Da konkurriert auch nichts miteinander. Ich habe heute Morgen erst wieder etwas für meine Radiosendung aufgezeichnet. Jetzt stürze ich mich in die Arbeit rund ums Album. Die Hundeläden sind auch wichtig. Ab Herbst bin ich fest im Moderationsteam von "Tiere suchen ein Zuhause" dabei. Mir ist Tierschutz wichtig. Aber Live-Auftritte sind mir auch wichtig. (lacht) Ich mache auch die ganze Buchhaltung bei meinen Firmen. Ich brauche es, dass mein Kopf ausgefüllt ist. Dann geht es mir gut.

Mich würde interessieren, was aus Deiner Sicht das ultimative Wohlfühl-Accessoire für den Hund ist. Was ist das Must-have für jeden Hundebesitzer?

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"Wohlfühlen" kannst du sowohl für Hunde als auch für Menschen auf die Ernährung runterbrechen. Menschen, die sich ein Tier nach Hause holen, sollten sich überlegen, was es eigentlich in der Natur essen würde, wenn es frei leben würde. Zu Hause sollte man dann versuchen, das so gut wie möglich nachzustellen. Da machen es sich die Menschen leider oft zu einfach.

Wenn man an Dich als Schauspieler denkt, denkt man zum Beispiel an "Hand aufs Herz", "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) oder "Rote Rosen". Zumindest die beiden letztgenannten Serien laufen ja immer noch. Könntest Du Dir in einem der Formate ein Comeback vorstellen?

Das ist immer eine Frage der Zeit - und der Anfrage. Der Produzent von GZSZ ist inzwischen bei "Rote Rosen" und hatte mich damals tatsächlich auch gefragt. Ich bin allerdings meistens ein Jahr im Voraus ausgebucht. Das heißt, man müsste das langfristig planen. Auch da gilt für mich allerdings: "Alles kann, nichts muss." Ich bin immer für alles offen.

Mit Oli.P sprach Volker Probst

Quelle: n-tv.de

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