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Irre und wirre Systemkritik Der Münchner "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Kommissarin Eyckhoff (Verena Altenberger) muss sich zwischen Loyalität und Moral entscheiden.

Chronisch klamme Polizisten, eine windige Finanzfirma und Insiderhandel an der Börse bilden das Grundgerüst für "Die Lügen, die wir Zukunft nennen". Ob die Zuschauer Spaß mit Verena Altenbergers zweitem Fall haben, kommt allerdings ganz auf die Perspektive an.

Chronisch klamme Polizisten, eine windige Finanzfirma und Insiderhandel an der Börse bilden das Grundgerüst für "Die Lügen, die wir Zukunft nennen". Ob die Zuschauer Spaß mit Verena Altenbergers zweitem Fall haben, kommt allerdings ganz auf die Perspektive an.

Das Szenario

Kommissarin Eyckhoff (Verena Altenberger) und ihr Team sollen die Aktivitäten einer Finanzfirma überwachen, die in Insidergeschäfte verwickelt ist. Als das Team Wind von einem ganz großen Aktiendeal bekommt beschließen die chronisch klammen Beamten, selbst zu investieren. Doch der sicher geglaubte Deal platzt, als die Börsenaufsicht die Aktie einfriert, eine interne Ermittlung einleitet - und ausgerechnet Eyckhoff nun gegen ihre eigenen Kollegen ermitteln soll.

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Gibt wortwörtlich vollen Körpereinsatz, um das Unternehmen ihres Vaters zu schützen: Arlena Fastnacht (Emma Jane).

Der Loyalitätskonflikt der jungen Polizistin verschärft sich noch, als ihr der undurchsichtige Börsenaufsichtler Lukas Posse (Wolf Danny Homann) zur Seite gestellt wird und die beiden ein Techtelmechtel miteinander beginnen. Als sich die Schlinge um Eyckhoffs Kollegen schließlich mehr und mehr zuzieht, geraten sie in Panik - die Situation eskaliert schnell und gewalttätig.

Die eigentliche Botschaft

"Die Lügen, die wir Zukunft nennen" ist eine Hommage an den 70er-Kultstreifen "Zabriskie Point": Nicht nur die Stammkneipe der Ermittler heißt so, auch der Film selbst ist eine ziemlich wirre Systemkritik.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Da gibt es gleich mehrere Szenen, die irre genug sind, um sie ausgiebig über einer Currywurst zu besprechen, eindrücklich im Kopf bleibt aber besonders die Stelle mit dem spontanen Säureattentat - wer hätte das kommen sehen?

Der Plausibilitätsfaktor

Niedrig. Und genauso soll es ja auch sein: All die irren Wendungen und hölzernen Dialoge schicken die Zuschauer auf eine Reise, die vieles sein möchte, nur nicht plausibel.

Die Bewertung

Wer einen handelsüblichen Sonntagskrimi sehen will, wird mit "Die Lügen, die wir Zukunft nennen", nicht besonders glücklich. Experimentierfreudige und Cineasten freuen sich über einen abgedrehten Trip: 8 von 10 Punkten.

Quelle: ntv.de