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Tod eines Aufschneiders Der Münster-"Tatort" im Schnellcheck

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Auch im Tod miteinander vereint: Thiel (Axel Prahl) aka der Teufel und Professor Boerne (Jan Josef Liefers).

(Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin )

Der Tod eines "Tatort"-Hauptdarstellers, das ist eine große Sache - und dann auch noch im Publikumsliebling aus Münster. Aber ist Boernes Ableben tatsächlich, was es scheint? Und macht es Spaß, dabei zuzuschauen?

Das Szenario

Professor Boerne (Jan Josef Liefers) ist tot. Oder zumindest so gut wie: Ein schwerer Autounfall hat den eitlen Pathologen mit 175 Sachen von der Landstraße auf einen Acker und geradewegs in die Vorhölle befördert. Im "Limbus", wie der Name des Falls passenderweise auch gleich lautet, wartet bereits der Teufel in Gestalt von Kommissar Thiel (Axel Prahl) auf Boerne und möchte dessen Fall so schnell wie möglich zu den Akten legen.

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Schlimme Erfahrung: Der sehr eitle und vielleicht tote Boerne ist für die Welt um sich herum unsichtbar.

(Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin )

Allerdings hat der "Geschäftsführer" der Unterwelt seine Rechnung ohne den sturen Professor gemacht, der mit aller Macht an seinem Leben hängt und fortan als Geist durch Münster irrt. Dabei entdeckt er, dass er das Opfer eines falschen Arztes (Hans Löw) wurde, der ihm ohne Lizenz, dafür aber mit ungezügelter Mordlust seinen Platz in der Pathologie streitig machen möchte. Auch der lebende Thiel und Boernes Assistentin Haller (Christine Urspruch) wittern hinter dem vorgeblichen Unfall Schmutziges - und nehmen die Ermittlungen auf.

Die eigentliche Botschaft

Wie so oft kann man sich die in Münster größtenteils selbst zurechtzimmern. Für den Kritiker ist es aber ganz klar das Design des Limbus, das von jedem Aktenstapel und jedem endlosen, neonbeleuchteten Gang schreit: Büros sind die (Vor-)Hölle.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Boernes Tod reicht eigentlich schon für eine ganze Mittagspause. Wer noch einen Kaffee dranhängt, kann ja dann darüber sinnieren, ob die Spammails auf dem eigenen Mailaccount vielleicht auch von Geistern verfasst wurden.

Der Plausibilitätsfaktor

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Mal ausgeblendet, dass es hier um Geister und den Gang in die Hölle geht: Dass der falsche Arzt kein Blut sehen kann, obwohl er doch schon seit Jahren als Doktor arbeitet, ist irgendwie merkwürdig.

Die Bewertung

8 von 10 Punkten. "Limbus" unterhält bestens - auch, weil der Film die Waage zwischen Holzhammer-Klamauk und feinen Anspielungen meistens ziemlich gut zu halten weiß.

Quelle: ntv.de