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"Der Tag wird kommen" Der Rostocker "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Bukow und Thiesler haben die Schläger gefasst.

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Kann Katrin König sich nochmal fangen oder führt der Weg für die angeschlagene Kommissarin in die Psychiatrie? Der letzte "Polizeiruf" vor der Sommerpause lässt diese Frage lange offen, serviert stattdessen eine hochspannende Gemengelage zwischen Psychodrama, Thriller und Drogenkrimi.

Das Szenario

Wenn gar nichts mehr geht, dann hilft zumindest noch eine Runde Joggen. Aber auch damit ist es für Katrin König (Anneke Kim Sarnau) flugs vorbei, als sie eines Sonntagsmorgen von zwei Schlägern krankenhausreif geprügelt wird. Dabei hatte sie nur helfen wollen, die Übeltäter hatten kurz zuvor eine Frau handgreiflich belästigt. König übersteht den Angriff mit einer Gehirnerschütterung, die junge Frau jedoch, Nadja Flemming (Xenia Rahn), eine ehemals erfolgreiche Leichtathletin, ist kurz darauf tot, an den Folgen eines Messerstichs gestorben.

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Wie wird das wohl weitergehen mit Bukow und König?

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Während der Fall für Bukow (Charly Hübner) so gut wie klar ist, verfolgt König eine andere Spur. Leicht hat sie es dabei nicht, psychisch ist sie nach wie vor instabil und muss täglich Tabletten schlucken. Zudem gibt Guido Wachs (Peter Trabner), den sie einst mit einer Falschaussage hinter Gitter brachte, keine Ruhe, startet eine manipulative Attacke nach der nächsten. Und auch sonst ist einiges los: Pöschel (Andreas Guenther) wittert Aufstiegschancen, Vater Bukow (Klaus Manchen) hat einiges zu verbergen und der Hausmeister von Katrin König scheint auch nicht ganz astrein zu sein.

Die eigentliche Botschaft

Nur die Liebe zählt. Als alles den Bach hinuntergegangen ist, Vater Bukow tot, Pöschels ambitionierter Karriereboost blutig geendet, Katrin König feststellen muss, dass sie nicht nur von Guido Wachs, sondern auch noch von ihrem eigenem Hausmeister manipuliert worden ist, da gibt es immerhin noch den Sascha, und den verlangt es ebenso nach einer innigen Umarmung.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Das war wohl selten so klar wie bei diesem Fall: Was war denn das da am Schluss? Ein Happy End, ein Ausrutscher oder doch die längst fällige Annäherung der beiden Rostocker Kommissare? Und vor allem: Wie wird das wohl weitergehen mit dem Sascha und der Katrin?

Der Plausibilitätsfaktor

Nicht so arg hoch, wenn man mal ehrlich ist. Dass Guido Wachs (Peter Trabner) immer noch über eine Art von Macht verfügt, die ihm Katrin König nun sogar hinter Gefängnismauern in die Arme treibt, mag ja noch nachvollziehbar sein. Dass der biedere Knacki aber einen Knastkumpel so weit beeinflusst, dass der sich als Hausmeister in Königs Wohneinheit verdingt und ihre vier Wände mit Video-Überwachung ausstattet, zudem im geheimen Kellerkabuff dem Voyeurismus fröhnt, ist dann doch ein bisschen zu arg. Zugegeben, spannend war es dennoch, dem linkischen Schlüsselwächter hätte man fast sogar noch ein Sequel gegönnt. Über die Nummer mit dem Messer-Suizid und dem Verschwindenlassen der Tatwaffe decken wir an dieser Stelle lieber gleich den Mantel des Schweigens.

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Die Bewertung

9 von 10 Punkten. Hochspannend und vertrackt, zudem mit einer von Amor ersonnenen Schlussszene, die für offene Münder sorgt.

Quelle: ntv.de