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Promi Big Brother - der Einzug "Döner, Chinapfannen und nasse Schlüppis"

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Möchte die Danni sein und nicht mehr "die Frau von": Daniela Büchner (Foto: Sat1)

Melanie Müller feudelt die Raumstation feucht durch, Heike Maurer friert und irgendein Spaßvogel lädt Frauen vor dem Sex zum Döner ein. "Promi Big Brother" goes Weltraum. Der Startschuss: fast so gut wie eine Darmspiegelung auf dem Todesstern.

"Promi Big Brother" ist zurück. Und die erste Show fühlte sich an, als hätte man eine Nacht in Darth Vaders Meditationskammer verbracht, nur eben ohne Meditation. Zum neunten Mal flimmert das legendäre Reality-Format inzwischen über die Mattscheibe, und vielleicht sollte man gleich vorab sagen: Es hat schwach angefangen und stark nachgelassen. Denn sind wir mal ehrlich, jede Gesellschaft hat die (Reality)-Stars, die sie verdient. Aber von vorn.

Der aus den Vorjahren bekannte Armenbereich ist dieses Mal eine karge "Raumstation", in der es wie Hechtsuppe zieht, kein Tageslicht herrscht und deren Bewohner allen Ernstes "Raumis" genannt werden. Der Luxusbereich hingegen schimpft sich "Big Planet", dessen Bewohner, Sie ahnen es, mit "Planetis" angesprochen werden. Nacheinander trudeln die ersten "Raumis" ein. Mit von der Partie: Melanie Müller, irgendeine "Königin der Spielerfrauen", eine "Mimi" mit trockener Haut und Menschen, die sich vorstellen, indem sie sich selbst als "unprominente Typen" bezeichnen.

Es ist die neue Generation der Reality-Stars. Es genügt heute vollkommen, auf Social Media viele Follower zu haben, und schwupp, gilt man als "Star". Niemand verurteilt Menschen mit dem IQ eines Zwiebelmettwurst-Brötchens, unangenehm wird es meist nur, wenn diese Knallchargen ob ihrer immensen Followerschaft ein dermaßen aufgeblähtes Ego mitbringen und dabei leider nicht bemerken, dass sie ungefähr so humorig sind wie Filzläuse.

"Krasses Statussymbol, in der Bild-Zeitung zu sein"

So berichtet beispielsweise ein Kandidat voller Stolz, schon "500 Frauen" gehabt zu haben, "beim Bumsen" aber öfter "die Socken anzulassen". Frauen, die sich auf diesen Spaßvogel einlassen, würden "ja auch davon profitieren", denn vor dem Sex würden sie von ihm schließlich "zur Chinapfanne oder zum Döner eingeladen" werden. Feinste "Bumsi-Rezepte" inklusive.

In vier selten kurzweiligen und oft dahinsiechenden Stunden sehen wir auf David Hasselhoff schlecht gefärbtes Haupthaar und lauschen ihm beim Schmettern eines Covers von Iggy Pops "The Passenger". Was sagt Iggy eigentlich dazu? Darf der "Knight Rider" das? Wir erfahren, dass die Moderatorin Heike Maurer von ihrem Ex-Mann Joe Groebel betrogen wurde und dass es für den Influencer und "Modekönig" Eric Sindermann "ein krasses Statussymbol" ist, in "der Bild-Zeitung" zu sein.

Die erste Nacht in der Raumstation ist hart, Frau Maurer friert und hustet schon bald und Mimi jammert, nicht die Ruhe zu bekommen, die sie brauche. Außerdem habe sie sich die ganze Angelegenheit "anders vorgestellt". Vielleicht kann sie in den nächsten drei Wochen - "Halle Julia!" - Danni Büchner fragen, ob diese ihr ein paar Tipps verrät. Die Fünffachmutter ist bekanntlich einer alter Hase im Showgeschäft und möchte jetzt endlich mal zeigen, wer sie wirklich ist, nämlich "die Danni" und "nicht die Frau von".

"Vor Aufregung auch in den Schlüppi gemacht"

Gleich zum Auftakt räumt sie Fehler ein: Sie sei in etlichen Formaten "nicht Herr ihrer Sinne" gewesen. Dann wird es plötzlich fast ein bisschen emotional, die Stimme bricht ihr weg und - hihi - sie habe sich "vor Aufregung auch in den Schlüppi gemacht". In Anbetracht dessen, dass sie die "Schlüppi"-Sache gleich mehrfach betont, klingt sie dann aber doch ziemlich einstudiert. Zusätzliches Problem: Es lacht auch keiner.

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Richtig schlicht wird es, als irgendein "Alpha-Kevin" etwas über Frauen "die ihre Tage haben", palavert und erzählt, er würde gern "seinen Stick präsentieren und reintun". Er sei "offen für alles". Ein Provokateur mit Kalkül, dem auf Social Media fast eine halbe Million Menschen folgen.

Später beglücken "die Raumis" Neuzugänge wie Jörg Draeger, der vermutlich verdrängt, dermaßen den Zonk gezogen zu haben und die Boxweltmeisterin Marie Lang, von "Marlenchen" vorgestellt als: "Sie ist schlau und sie sieht super aus." "The Hoff" darf nochmal singen, wir sehen Menschen schlafen, ihre schweren Köpfe auf Tische legen und Melanie Müller die Raumkapsel feucht durchwischen. Am Ende geht sie zu Penny einkaufen. Mann des Abends: Moderator Schroppi. Auch wenn er als Spiele-Erklärbär ungefähr so begabt ist wie R2-D2 als Kapitän des Millennium Falke, wohnt ihm etwas inne, das in diesem Showgeschäft rar geworden ist: echte Herzenswärme.

Quelle: ntv.de

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