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"Was ist denn eine Kebekus?" Evelyn Burdecki treibt Jauch in den Wahnsinn

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Evelin Burdecki lässt sich Zeit.

(Foto: TVNOW)

In Folge 1500 von "Wer wird Millionär" ist es Evelyn Burdecki, die Günther Jauch endgültig den Rest gibt. Der besitzt keine Jogginghose und hat auch keine Geduld mehr: "Ich diskutiere nicht!" Pechvogel Janos Pigerl kriegt eine zweite Chance und Jauchs Sommer wird überraschend kurz.

Bei der Frage für fünf Euro war Evelyn Burdecki bereits heillos überfordert. "Was ist denn eine Kebekus?", fragte der Überraschungsgast der Jubiläumssendung zur 1500. Ausgabe von "Wer wird Millionär?". Günther Jauch schwante da womöglich bereits Böses. Er machte am Donnerstagabend anfangs aber noch gute Miene zum bösen Spiel. "Die weibliche Form der Kokosnuss", "klärte" er den Gast bei der Frage zur Komikerin Carolin Kebekus auf. Burdecki sollte wissen: "Steht die Kebekus auf das männliche Geschlecht, gefallen der ...?", Antwort: "Karo Buben". Burdecki aber brauchte die Hilfe der ehemaligen Kandidaten, um die Runde zu überstehen.

Die Reality-TV-Darstellerin brachte eine Art von Logik in die RTL-Quizshow ein, die es in den fast 22 Jahren von "Wer wird Millionär?" selten zu bewundern gab. "Mit welcher Multiplikation endet in der Regel das sogenannte große Einmaleins?", wurde sie gefragt. Zur Auswahl standen 10 x 10, 12 x 12, 20 x 20 und 100 x 100. Für Burdecki war die Sache im Grunde glasklar: D - denn "das ist ja das Größte von allen". Die korrekte Antwort 20 x 20 hingegen schloss sie mit dem Urteil "ist ja immer noch gering" aus. Telefonjoker Daniel Hartwich brachte die Kandidatin zum Glück zurück auf den Pfad der Grundschul-Mathematik.

Jauch ermahnt Burdecki

"Kinder, nimmt die Sendung denn gar kein Ende mehr." Selbst für Jauch zog sich das vierstündige Special zeitweise ganz schön hin. Daran hatte Burdecki ehrlicherweise nur bedingt Anteil. Am Ende hielt sie sich aber derart lange mit einer Frage auf, dass alle Anwesenden und auch die Zuschauer geistig längst abgeschaltet hatten. "Ich diskutiere nicht mehr. Was Sie als Nächstes sagen, nehme ich", drohte Jauch irgendwann. Die logische Folge: Stille. "Tief im Inneren bin ich ja schon eine intelligente, clevere Frau", merkte Burdecki an und stieg mit 15.555 Euro aus, die sie für den Bau von Brunnen im Senegal spendet.

Der tosende Applaus für Burdecki war mit der vergleichsweise bescheidenen Gewinnsumme allein nicht zu erklären. "Nie war der Jubel größer", hielt auch der Gastgeber fest. Er verfiel nach Burdeckis Verabschiedung mit etlichen der Ex-Kandidaten im Studio in ebenso herzliches wie erleichtertes Gelächter. Da tönte es aus den Kulissen: "Herr Jauch, ich höre Sie!!!" In der Spezialsendung zur 1500. Folge wurde mit neuen Schnapszahlen-Gewinnstufen gespielt. Los ging es bei nur einem Euro. Dafür winkten anderthalb Millionen Euro als Hauptgewinn.

In dessen Nähe kam nur Janos Pigerl. Der Ex-Kandidat saß wie gewohnt als Joker im Studio, wurde aber plötzlich zurück auf den heißen Stuhl gebeten. Das war - wie alles in der Sonderausgabe - auch eine Überraschung für Jauch, in diesem Fall eine schöne: "Nein. Das ist ein Knaller. Das finde ich eine Supernummer." Normalerweise dürfen Kandidaten nur einmal um den Hauptgewinn raten. RTL hat in früheren Specials aber für Pechvögel schon mal Ausnahmen gemacht.

Pigerl zockt erneut bei WWM

Pigerl hatte die zweite Chance auf jeden Fall verdient. Er hatte im Zocker-Special eine realistische Chance auf die zwei Millionen Euro gehabt. Er war jedoch bei der drittletzten Frage für 750.000 Euro auf 1000 Euro abgestürzt. Dieses Mal kam der sympathische Kölner erneut in die vorvorletzte Runde, begnügte sich jedoch mit 133.333 Euro. Mitten in die spannende 555.555-Euro-Frage war einer der zahlreichen Rotlichtsirenen der Geburtstagssendung geplatzt. "Was ist denn noch?", entfuhr es Jauch da leicht genervt. Das Signal kündigte jeweils prominente Gäste an. Ex-Gewinner Oliver Pocher und Barbara Schöneberger gingen hinter den Kulissen auf Spurensuche. Andere Freunde der Show nutzten die Gelegenheit, um Jauch zu gratulieren und Fragen zu stellen, darunter Katrin Müller-Hohenstein, Waldemar Hartmann ("Telefonjoker der Herzen") oder Gregor Gysi.

Der Erkenntnisgewinn hielt sich oft in Grenzen. Aber die Zuschauer erfuhren, dass Jauch überhaupt keinerlei Ambitionen auf ein politisches Amt hegt. Zum einen habe er nie einer Partei angehört, zum anderen sei er "nicht sehr kompromissfähig": "Diese Merkelsche Gelassenheit geht mir völlig ab." Kompromisse geht der Moderator auch nicht bei seiner Freizeitgarderobe ein. "Jogginghose habe ich nicht zu Hause. Da halte ich es mit Karl Lagerfeld." Der Modedesigner hatte einst Jogginghosen mit Kontrollverlust über das eigene Leben gleichgesetzt. Stattdessen trägt der 64-Jährige in der Freizeit Jeans mit Hemd oder Pullover. Und wer es nicht mehr wusste: Im September 2007 war der Moderator erstmals mit Brille im Studio zu sehen. "Mit der Behinderung leben und dazu stehen", hatte er damals den Griff in die Brusttasche des Sakkos kommentiert.

Nur kurze Sommerpause

Bei den zwei übrigen Kandidatinnen der Sondersendung leistete WWM ein wenig Wiedergutmachung an hartnäckigen Kandidaten. Rentnerin Ursula Stachuletz aus Ramscheid hat sich geschlagene 160-mal bei der Quizshow beworben. "Da hat sich doch ein Lebenstraum erfüllt", kommentierte Jauch den Gewinn über 15.555 Euro. Franziska Negelein aus Konstanz hatte einst Bewerbungen für sich und ihren Zwilling eingereicht, genommen wurde jedoch ihre jüngere Schwester. Deren Ergebnis von 64.000 Euro aus dem Jahr 2017 wollte sie unbedingt überbieten: "Jetzt bin ich hier, um zu zeigen, dass ich das besser kann." Am Ende musste sich die Kandidatin knapp im familiären Wettstreit mit 55.555 Euro geschlagen geben. "Die Sendezeit ist auch heute nicht endlos", hatte sie Jauch in der finalen Fragerunde angetrieben. Und dann kam Burdecki.

Der Moderator nutzte das Ende der Spezialausgabe noch für ein kleines Fazit. "Danke, es hat Spaß gemacht und es ist noch nicht zu Ende", bekräftigte er den Eindruck, dass ein baldiger WWM-Ruhestand kein Thema ist. Im Gegenteil: Normalerweise geht die Sendung in eine mehrmonatige Sommerpause. Die fällt in diesem Jahr aber auffallend kurz aus. "Mitte Juli sind wir wieder da", kündigte Jauch an.

Quelle: ntv.de

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