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"Das Supertalent" - Finale Kleiner Percy ganz groß

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Mit 100.000 Euro Preisgeld dürfte die lebenslange Hundefutterversorgung gesichert sein.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Goldkehlchen, Pfeifenkünstler und imposante Akrobatik: Auch in diesem Jahr geben sich die "Supertalent"-Kandidaten wieder viel Mühe. Am Ende zeigt der Kleinste im Bunde allen anderen die lange Nase.

Knappe vier Monate lang erfreuten sich Stil-Ikone Bruce Darnell, Pop-Titan Dieter Bohlen, Alessio-Mama Sarah Lombardi und ein Millionenpublikum vor den TV-Geräten an den Darbietungen unzähliger Show-Talente aus nahezu allen Entertainment-Bereichen. Wie schon in den zwölf Staffeln zuvor waren auch in diesem Jahr wieder unzählige Ausnahmekönner am Start, denen im normalen Leben nur selten eine halbe Nation zuhört oder gefesselt auf die Finger schaut.

"Das Supertalent" macht’s aber möglich. Und so reiben sie sich die Hände, klatschen backstage gemeinsam ab und schärfen alle Sinne: ein australischer Rekordjäger, ein ehemaliges DSDS-Sternchen, Handstand- und Stangenakrobaten, ein Düster-Illusionist und schwergewichtige Geräuschimitatoren aus Japan. Sie alle sind wild entschlossen und scharf auf die Supertalent-Krone und 100.000 Euro Preisgeld.

Georgie Balke setzt die Messlatte hoch an

Aber wer hat am Ende die Nase vorn und wird Nachfolger von Letztjahressieger Stevie Starr? Nun, eine kleine Neunjährige setzt die Messlatte zur Showeröffnung schon mal hoch an. Als die kleine Georgie Balke in einer überdimensionalen Weihnachtskugel ins Studio gerollt wird und Sekunden später unter tosendem Applaus in die Fußstapfen von Kelly Clarkson tritt ("Please Come Home For Christmas"), treibt es nicht nur Jury-Spaßvogel Bruce Darnell literweise Pipi in die Augen.

Da können zwei dickbäuchige Comedy-Japaner (Jumbo Dump), italienischer KiKa-Ausdruckstanz (Mirko Casella), flotte Streicher aus Prag (De Facto Quartett) und ukrainische Seil- und Reifenakrobatik (Ameli Bilyk) nicht ganz mithalten. Erst als ein kleiner Vierbeiner namens Percy in einem Plastik-Ufo die Bühne entert und auf zwei Basketbällen balanciert, erreicht der Applaus-Lautstärkepegel ähnliche Höhen wie zu Beginn der Show.

Schiefe Töne und "Hochspannung" ohne Tiefenwirkung

Sollte es nach 2009 (Yvo Antoni & PrimaDonna), 2013 (Lukas Pratschker & Falco) und 2017 (Alexa Lauenburger) eine weitere Hundedressur-Performance auf den "Supertalent"-Thron schaffen? Nach einer flachen Luftballon-Lachnummer (Miki Dark), zu vielen schiefen Tönen (Nina Richel), kurzweiliger "Hochspannung" ohne Tiefenwirkung (Space Cowboy) und solidem Inliner-Spaß in luftiger Höhe (Angela Kim & Stuart McKenzie) hängt der Show-Spannungsbogen ziemlich durch. Doch dann tritt Wald- und Wiesenmusikant Jürgen Kern aus dem Dunkel ins Licht. Und plötzlich kommt nochmal Leben in die Bude.

Abermals pfeift sich der 53-jährige Naturbursche aus dem baden-württembergischen Haslach in die Herzen der Zuschauer. Mit lieblich summenden Background-Sängerinnen und einem dreiminütigen herzzerreißenden Kelly-Family-Playback im Schlepptau holt der Kunstpfeifer mit dem markanten Mittelscheitel nochmal alles aus sich raus. Die beiden Format-Urväter Dieter Bohlen und Bruce Darnell und Neuzugang Sarah Lombardi sind sich sicher: Hier und heute ist noch nix entschieden. Und in der Tat: Es bleibt "spannend" bis zum Schluss.

Um kurz nach Mitternacht ist es dann endlich so weit. Und TV-Deutschland erlebt tatsächlich einen vierten Wuff!-Triumph. Mit knapp der Hälfte aller eingegangenen Zuschaueranrufe sichern sich Christian und sein lernwilliger Chihuahua Percy die Siegestrophäe und das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro. Wir gratulieren ganz dolle und unterwerfen uns. Haste fein gemacht, Percy. Haste gaaaaaanz fein gemacht!

Quelle: ntv.de