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"Totes Rennen" Magdeburger "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Kommissarin Brasch hat es gerade besonders schwer.

(Foto: MDR/Stefan Erhard)

Ein Toter liegt am Elbufer, verschiedene Verletzungen erschweren die Ermittlung der Todesursache. Als sich kurze Zeit später herausstellt, dass der Mann Verbindungen zum LKA hatte, wird es für Doreen Brasch noch problematischer - auch weil sie selbst kurz vor dem Kollaps steht.

Das Szenario

War es die Stichwunde? Was ist mit den Händen des Toten passiert? Und warum hat er ein Betäubungsmittel im Blut, das ihm erst nach den Verletzungen mit dem Messer eingeflößt wurde? Als Doreen Brasch die Eltern von Milan Siebert (Vincent Krüger) aufsucht, kommt zumindest etwas Licht ins Dunkel. Der junge Mann hatte zuletzt wieder zu Hause gewohnt und befand sich in finanzieller Schieflage, hatte massive Spielschulden.

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Beim Gespräch im Restaurant erfahren Martina Rössler, Uwe Lemp und Doreen Brasch von Hannes Kehr, dass Milan sein Informant war. (v.l.)

(Foto: MDR/Stefan Erhard)

Nicht weniger rätselhaft wird es, als die Untersuchungen von Sieberts Handy ergeben, dass einer seiner letzten Anrufe Hannes Kehr (Michael Maertens) gegolten hatte - denn der arbeitet beim LKA. Als Brasch und Kehr sich ein wenig näherkommen, ist das der Auftakt zu einem diffusen Duell mit tödlichem Ausgang. Kehr war Brasch schon im Traum erschienen, in der realen Welt entpuppt er sich als überaus belesen in puncto Sportwetten-Geschäft, jenem Metier also, in dem Siebert unterwegs war.

Die eigentliche Botschaft

Mit einer allzu plakativen Botschaft hält sich der Magdeburger "Polizeiruf" diesmal zurück. Natürlich gibt es da den großen Kontext mit den manipulierten Wettgeschäften, aber in die Tiefe geht das nicht, vielmehr wird wieder mal viel erzählt und erklärt und dargelegt. Im Kern dreht es sich dann noch nur um Kommissarin Brasch: Rückenschmerzen, falsche Entscheidungen, düstere Träume, fehlendes Gespür für den Fall - da wäre vielleicht mal ein Sabbatical angeraten.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Über den ewigen 'Schlucke', den unvergleichlichen Martin Semmelrogge, den man gern öfter und länger sehen würde. Sein Grinsen, sein Brillenmodell, seine Aura - solche Typen werden nicht mehr gebaut.

Der Plausibilitätsfaktor

Neben der Sache mit der Botschaft die zweite Sollbruchstelle. Ist es plausibel, dass Braschs gynäkologischer Befund da so mir nichts, dir nichts durch die Amtsstube gerufen wird? Dass sie selbst kaum noch ermittelt, sondern wie betäubt durch Spielhallen, Wettstuben und Wohnzimmer mäandert? Und sich dann auch noch von einem wie Micky Puhle (Semmelrogge) eine Cola mit K.-o.-Tropfen verpassen lässt?

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. Sehr solides Krimi-Entertainment, das aus seinem Durcheinander eine Tugend macht und einiges an Logiklöchern mit Atmo und Abwechslungsreichtum ausgleicht.

Quelle: ntv.de