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Wer wird Millionär? Psychologiestudent verzockt 749.000 Euro

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Gezockt und auf 1000 Euro abgestürzt: Janos Pigerl.

Es ist schon jetzt der WWM-Absturz 2021. Janos Pigerl steht im Zocker-Special bei der vorletzten Frage vor den zwei Millionen Euro. Er hat nach einem beeindruckenden Durchmarsch (Mobilfunk auf dem Mond!) noch zwei Joker - scheitert aber an der DDR.

Janos Pigerl war dem historischen Sieg bei "Wer wird Millionär?" so, so nah. Seit dem Debüt des Zocker-Specials am 13. September 2013 hat noch niemand die Hürden zu den zwei Millionen Euro Hauptgewinn überwinden können. Der Psychologiestudent aus Köln aber sicherte sich nach einem Durchmarsch sondergleichen am Montagabend die allerbeste Startposition für den Endspurt. Er ist zwar seit fast 15 Jahren seinem Klapphandy treu ("Nokia 6060, Akkulaufzeit: 1000 Jahre"), wissenstechnisch aber auf dem neuesten Stand. Pigerl ging mit drei Jokern in die vorletzte Frage. Aber er hatte buchstäblich nicht mit der DDR gerechnet.

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Janos Pigerl machte Moderator Jauch sichtlich nervös.

Der erste Kandidat der Sendung flog anfangs unter dem Radar. Er gelangte zwar souverän von Runde zu Runde. Richtig gefährlich wirkte der freundliche Hoodie-Träger mit Dutt aber nicht. Als er jedoch bei der 32.000-Euro-Frage sofort die drei fränkischen Brüder Lehmann als Gründer der US-Investmentbank Lehmann Brothers identifizierte, wurde Jauch hellhörig. In der nächsten Runde benötigte der Kölner zwar die Hilfe der Ex-Kandidaten im Publikum, um Astat der Gruppe der Halogene zuzuordnen. Danach aber vertraute er dem eigenen Wissen und Bauchgefühl.

Nokia: Vom Klapphandy zum Mond

Für Jauch ergab das irgendwann alles keinen Sinn mehr. "Er hat ein Klapphandy von Nokia und erzählt uns, dass das nächste Mobilfunknetz auf dem Mond entsteht", spottete der Moderator. Doch tatsächlich, bei der Frage für 250.000 Euro, was bis Ende 2022 fertiggestellt werden soll, lag Pigerl richtig: ein Mobilfunknetz auf dem Mond. Und wer soll es angeblich bauen? Nokia.

Danach wurde Jauch der Ernst der Lage so richtig bewusst. "Es ist unfassbar: Wir haben nur noch zwei Fragen bis zur Million und Sie haben noch drei Joker", stellte er fest. Der Gastgeber wirkte angespannter als der Kandidat. Der schien in der vorletzten Runde vor den zwei Million ganz in sich zu ruhen. Für 750.000 Euro sollt er wissen: In welcher Sportart konnten deutsche Athleten bei Olympischen Spielen bisher am häufigsten Gold für ihr Land gewinnen? A) Pferdesport, B) Schwimmen, C) Leichtathletik, D) Rudern.

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Niklas Bayer scheiterte bei der 125.000-Euro-Frage.

Der Student schloss Schwimmen und Leichtathletik sofort aus. Nach dem 50:50-Joker blieben Leichtathletik und Rudern übrig. Die Fragestellung bezog sich auf alle deutschen Staaten, wie Jauch zu bedenken gab. Der Kandidat ließ sich davon leider nicht verunsichern. "Wenn ich Traute habe, dann nehme ich D. Ich nehme D", verkündete Pigerl ohne einen Anflug von Angstschweiß auf der Stirn. Selbst die Regie konnte es nicht glauben und loggte die Antwort zunächst nicht ein. "Es sind nur noch zwei Fragen und Sie haben noch zwei Joker. Sie wollen nicht absichern?", fragte Jauch. "Ich will nicht absichern, korrekt", besiegelte Pigerl seinen Absturz auf 1000 Euro.

WWM-Kandidat geht an der DDR zugrunde

Deutsche Ruderer haben bislang 64 Goldmedaillen bei Olympia geholt, Leichtathleten 72. 38 davon gehen laut der Nationenwertung bei Wikipedia auf das Konto der DDR. Das hatte der Kölner unterschätzt. "Scheiße", sagte er, trug das Ende aber mit Fassung. "Ich war ein bisschen zu gierig." Jauch war voll des Lobes für den unauffälligen, aber ungemein beeindruckenden Zocker. "Sie waren einer der besten, überlegtesten, souveränsten Kandidaten, die wir je hatten", verabschiedete er den Fast-Champion, der auf jeden Fall in einem künftigen "Zweite Chance für Pechvögel"-Special wiederkommen muss.

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Stefanie Hetzer kehrt am Freitag zum Zocken zurück.

Für die Kandidaten im Allgemeinen und Psychologen im Besonderen war es kein guter Abend. Pigerls Nachfolger Niklas Bayer, genannt Eynck, fiel neben seinem ungewöhnlichen Familiennamen mit einer ähnlich souveränen Spielart wie sein Kollege auf. Die Frage für 125.000 Euro kostete den Dortmunder erst seine restlichen drei Joker. Dann war auch noch die Antwort des Zusatzjokers falsch, auf die er vertraut hatte. Die Ex-Kandidatin meinte, dass im Volkslied "Die Vogelhochzeit" die Amsel der Bräutigam ist. Richtige Antwort: die Drossel. Somit fiel auch dieser Kandidat auf 1000 Euro herab. "Heute sind es richtig gute Leute, die unter Wert geschlagen werden. Aber das ist das Zocker-Schicksal", meinte Jauch und empfahl dem geknickten Psychologen: "Betrinken Sie sich heute Abend."

"Schon wieder eine Psychologin - was ist denn heute los?!", fragte Jauch anschließend. Stefanie Hetzer aus Günzburg dürfte angesichts des Schicksals ihrer Vorgänger die Lust aufs Zocken vergangen sein. Die dritte Kandidatin des Abends kehrt am Freitag mit der 16.000-Euro-Frage zurück. RTL sendet diese und nächste Woche jeweils montags und freitags Zocker-Specials. "Das Ende einer denkwürdigen Sendung", verabschiedete sich Jauch.

Quelle: ntv.de