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Wieder was gelernt - Folge 101 Das wollen Tories, Labour, Schotten und Iren

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(Foto: picture alliance/dpa)

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Chaos ist aktuell der Dauerzustand der britischen Politik. Premierministerin Theresa May sucht verzweifelt eine Parlamentsmehrheit für ihren Brexit-Deal, den aber finden die Hardliner ihre Partei inakzeptabel und die Nordiren sowieso. Die Opposition kann aus diesem Streit allerdings kein Kapital schlagen, weil Labour-Chef Jeremy Corbyn auch keinen Plan hat. Entscheidenden Einfluss auf den Brexit-Kurs könnten sieben nordirische Abgeordnete nehmen, aber die weigern sich, ihre Plätze im britischen Unterhaus einzunehmen.

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Im britischen Unterhaus ist Platz für 650 Abgeordnete. Die meisten von ihnen (314) gehören zu den konservativen Tories von Premierministerin May. Bei Abstimmungen verweigern aber viele Abgeordnete den Zusammenhalt: Etwa ein Drittel der Tories findet Mays Brexit-Kurs zu sanft, sagt Stefan Schieren. Er ist Politikwissenschaftler und Großbritannien-Experte der Katholischen Universität Eichstätt.

"Im Grundsatz muss man von 80 bis 100 radikalen Brexit-Befürworten ausgehen, die eine komplette Lösung des Landes von der EU wollen. Und diese Gruppe möchte auf jeden Fall einen harten Brexit haben."

May bekommt aber nicht nur Gegenwind von den Hardlinern ihrer Partei, sondern auch von einer kleinen Gruppe pro-europäischer Abgeordneter.

"Die möchten den Rückzug vom Brexit haben. Die möchten ein zweites Referendum in der Hoffnung, dass das ganze Drama dann ein Ende findet und man letztendlich auf Los zurückkehrt und Großbritannien in der EU verbleiben kann."

Aus diesem Streit kann die Opposition bisher kein Kapital schlagen, denn Labour-Chef Jeremy Corbyn hat viele Parteifreunde mit einem Brexit-Wackelkurs verprellt. Stefan Schieren sagt, das Problem ist, dass Corbyn und seine Anhänger vom radikalen linken Flügel eigentlich auch aus der EU austreten wollen.

"Das sind Altsozialisten, die in der EU eine Veranstaltung sehen, die eine klassische sozialdemokratische oder sozialistische Politik unmöglich macht. Diese Gruppe sagt: Wenn wir uns unseren politischen Vorstellungen einer Gesellschaft annähern wollen, dann geht das nur außerhalb der Europäischen Union."

Eine entscheidende Rolle beim Brexit könnte angesichts von zerstrittenen Konservativen und und einer gespaltenen Labour-Partei Schotten und Nordiren zufallen. Aber von denen weigern sich einige sogar, ihre Plätze im britischen Unterhaus einzunehmen. Warum, erfahren Sie in der neuen Folge von Wieder was gelernt.

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Quelle: n-tv.de

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