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Podcast "Wickert trifft" Kevin Kühnert rettet Kneipen in Berlin

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Auf den Tischen tanzt in Berliner Kneipen derzeit niemand.

(Foto: picture alliance/dpa)

Neben der Jukebox und charismatischen Wirten gehört für Kevin Kühnert eine Darts-Scheibe zur perfekten Kneipe. Aber viele sind wegen der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Deshalb sammelt der Juso-Chef Spenden ein. Im Podcast "Wickert trifft" mit "Tagesthemen"-Legende Uli Wickert erzählt er, wie.

Was haben Journalisten-Ikone Uli Wickert und SPD-"Revoluzzer" Kevin Kühnert gemeinsam? Beide können ein gutes Pils zapfen. Mit dieser Erkenntnis beginnt die sechste Folge des Podcasts "Wickert trifft", in der der frühere Moderator der "Tagesthemen" mit dem Juso-Chef und stellvertretendem Bundesvorsitzenden der SPD unter anderem über die fragile Kneipenlandschaft spricht.

Die Corona-Krise bedroht die Existenz vieler Menschen, so auch jene vieler Berliner Kneipenwirte, die schon zum zweiten Mal in diesem Jahr auf unbestimmte Zeit schließen müssen. Gemeinsam mit mehreren Freunden hat Kühnert deshalb die Aktion "Kneipenretter" gegründet, die Spenden für Berliner Pubs, Spelunken und Stübchen sammelt. 95 Kneipen haben sich seit dem ersten Lockdown im März angemeldet, gut 60.000 Euro sind bereits zusammengekommen.

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Kevin Kühnert kandidiert nächstes Jahr für den Bundestag.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Für uns sind das wichtige Orte, mit denen wir groß geworden sind", erzählt Kühnert. Kneipen seien gerade für ältere Menschen soziale Treffpunkte, weil es keinen Mai Tai für 8,50 Euro, sondern ein Pils vom Fass für 2,50 Euro gebe.

"Die Kneipe ist für mich ein Ort von Kunst", sinnieren Kühnert und Wickert, der vor seiner TV-Karriere ebenfalls als Kneipenwirt gearbeitet hat, weiter. Wie in einem Theaterstück kämen hier Wirt, Stammgast und die Musik zu einer Performance zusammen und ließen so ein Stück schützenswerte Kunst entstehen.

Neben der Jukebox und charismatischen Wirten gehört für Kühnert eine Darts-Scheibe zur perfekten Kneipe - auch wenn es an der Treffsicherheit hapert. "Aber für die, mit denen ich meistens dort bin, reicht es, weil die doch einen Ticken mehr trinken als ich und dann ist meine durchschnittliche Zielsicherheit ausreichend, um zu gewinnen", verrät der Juso-Chef.

Alles, bloß nicht Friedrich Merz

Wenn er erkannt wird, diskutiert Kühnert in Keipen natürlich auch über Politik, aber von typischen "Politiker-Kneipen" hält er sich lieber fern, so der gebürtige Berliner, der 2021 für ein Bundestagsmandat kandidieren will. Dass der oder die kommende Kanzlerin das Amt ebenso "schnodderig sympathisch" fortführt, wie es Angela Merkel gemacht hat, kann sich der 31-Jährige nicht vorstellen, verrät er. Erst recht nicht, wenn der neue Regierungschef aus der CDU kommt.

Probleme bereitet ihm vor allem ein Kandidat: Er würde "sowohl Annalena Baerbock als auch Olaf Scholz mit Kusshand als Alternative zu allem nehmen, wofür sich Friedrich Merz bewirbt", sagt Kühnert. Dass im kommenden Herbst aber tatsächlich mit Baerbock oder Robert Habeck ein Grüner ins Kanzleramt einzieht, kann er sich nicht vorstellen. "Ich bin ein phantasievoller Mensch, ich kann mir 'ne ganze Menge vorstellen - aber ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird." Tatsächlich weiß Kühnert nicht einmal, ob seine SPD einen grünen Kanzler akzeptieren würde.

Der Podcast "Wickert trifft." mit Kevin Kühnert ist auf Audio Now sowie allen anderen bekannten Podcast-Plattformen abrufbar.

Quelle: ntv.de, chr