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Wieder was gelernt So wurde Ischgl zur Corona-Virenschleuder

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(Foto: picture alliance/dpa)

Ischgl war bislang als Après-Ski-Hochburg weltbekannt. Mittlerweile gilt der Ort in Tirol als Drehscheibe des Coronavirus in Europa, weil Behörden offensichtlich zu spät reagiert haben.

Darum geht's in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Am "Ballermann der Alpen", wie Ischgl wegen des winterlichen Partyvolks auch genannt wird, steht die Welt wie im Rest Österreichs seit einigen Tagen still. Doch die Après-Ski-Hütten im 1600-Seelen-Ort hätten schon viel früher schließen müssen. Es gibt jedenfalls eindeutige Hinweise darauf, dass die Sorglosigkeit der Behörden im Bundesland Tirol die Ausbreitung des Coronavirus in Europa stark beschleunigt hat. Etliche Corona-Infektionen auf dem Kontinent haben ihren Ursprung im österreichischen Skiort.

Bereits am 5. März hatte Island das Bundesland Tirol als Corona-Risikogebiet eingestuft, nachdem Mitglieder einer isländischen Ischgl-Reisegruppe positiv auf das Virus getestet worden waren. Auch nachdem ein deutscher Barkeeper eines bekannten Wirtshauses in Ischgl positiv getestet wird, vergehen allerdings mehrere Tage, bis Tirol alle Après-Ski-Hütten schließt. Erst seit dem 10. März sind die Lokale in Ischgl und Umgebung dicht, berichtet ntv-Reporter Christian Bartlau:

*Datenschutz

"Es sind innerhalb dieser Zeit noch Tausende Menschen aus Ischgl raus und rein gekommen. Das ist aus virologischer Sicht natürlich komplett kontraproduktiv, um es mal vorsichtig auszudrücken. Und wenn man sieht, wie nach der Quarantäne-Anordnung die Abreise vonstatten gegangen ist, dann ist auch da noch ziemlich viel schief gelaufen. Viele Urlauber sind noch eine Nacht in Tirol geblieben, konnten also das Virus auch noch in irgendwelchen Innsbrucker Hotels oder im Umland verbreiten."

Warum das missglückte Krisenmanagement in Tirol auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz auf die Füße fallen könnte, hören Sie im Podcast.

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"Wieder was gelernt" ist ein Podcast für Neugierige: Wie bekämpft man eine Heuschreckenplage? Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Und was müssen Sie in Quarantäne beachten? Hören Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein bisschen schlauer.

Quelle: ntv.de, sks