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Donnerstag, 23. Oktober 2008

Strom von vier Kohlekraftwerken: Milliarden für Firmen-IT

Firmennetzwerke und die Infrastruktur für das Internet verbrauchen in Deutschland einer Studie zufolge jährlich so viel Strom, wie vier mittelgroße Kohlekraftwerke produzieren. Für die Versorgung von Rechzentren und Servern seien insgesamt 10,1 Terawattstunden Strom nötig - 1,8 Prozent des gesamten deutschen Energieverbrauchs, teilte der Branchenverband Bitkom unter Berufung auf eine Studie des IT-Forschungsinstituts Borderstep mit. Allein die Kosten für die rund 2,2 Millionen Server betrügen jährlich insgesamt 1,12 Milliarden Euro. Rechner an den Arbeitsplätzen in den Büros und Privatcomputer zu Hause wurden bei der Studie nicht berücksichtigt.

Unternehmen könnten die Stromkosten für ihre Netzwerke schon durch einfache Schritte um rund ein Fünftel senken, so Bitkom-Experte Ralf Hintemann: "Erfahrungsgemäß lassen sich durch eine erste Energieanalyse im Schnitt rund 20 Prozent an Energie einsparen." Würden kleine und mittelständische Unternehmen diese Möglichkeiten nutzen, könnten sie den Berechnungen zufolge alleine in den kommenden beiden Jahren insgesamt 204 Millionen Euro einsparen. Durch einen umfassenden Umbau ihrer Netzwerke ließen sich für den Zeitraum von 2009 bis 2013 sogar Einsparungen von bis zu 1,3 Milliarden Euro erzielen, erklärte Hintemann.

Die virtuelle Serververmehrung

Die BITKOM prognostiziert in diesem Zusammenhang eine wachsende Bedeutung der sogenannten Thin-Clients. Beim Thin-Client-Konzept haben die einzelnen Arbeitsplätze - die Clients - innerhalb eines Netzwerks im Wesentlichen nur noch die Funktion der Ein- und Ausgabe von Daten. Über die Netzwerkverbindungen werden lediglich Tastaturbefehle und Bildschirminformationen ausgetauscht. Die eigentliche Rechnerlast wird in der Regel komplett auf die Server übertragen. „Mit dem Reifegrad der heutigen Virtualisierungstechniken steigt die Marktbedeutung von Thin Clients, sagt Jürgen Graf von der BITKOM. Durch Virtualisierung ist der parallele Betrieb verschiedener Betriebssysteme wie Windows und Linux auf der gleichen Hardware möglich. Denn zwischen Ressource und Anwendung wird eine Virtualisierungsschicht eingezogen. Unternehmen brauchen dann nicht mehr für jede Anwendung einen eigenen Server. Aus einem realen Server können so virtuell mehrere Server werden.

Quelle: n-tv.de