Panorama

Totenfeier für Hooligan 1000 Neonazis marschieren durch Chemnitz

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Blumen für den Neonazi Thomas Haller: 1000 Hooligans trauern um den überregional bekannten Chemnitzer Rechtsextremisten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Unter massivem Polizeiaufgebot ziehen 1000 Hooligans durch Chemnitz, um eine Führungsfigur der Chemnitzer Neonazi-Szene zu Grabe zu tragen. Auf dem Friedhof taucht das Vereinslogo des Chemnitzer FC auf. Der Verein erstattet Anzeige wegen Missbrauchs.

An der Beerdigung eines überregional bekannten Chemnitzer Rechtsextremisten haben rund 1000 Fußball-Hooligans und Neonazis teilgenommen. Ein Trauerzug durch den Stadtteil Altchemnitz verlief störungsfrei, teilte die Polizei nach Abschluss des Einsatzes mit. Ein Großaufgebot von rund 950 Beamten war vor Ort. Im Anschluss an die Beisetzung wurden jedoch zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz aufgenommen.

Der Grund: Eine Frau hatte aus einem fahrenden Auto einen angezündeten Nebeltopf gehalten. Bei der anschließenden Kontrolle des Fahrzeugs wurde dann weitere nicht zugelassene Pyrotechnik gefunden. Die Beerdigung galt als Sicherheitsrisiko, weil mit gewaltbereiten Teilnehmern aus der Szene gerechnet wurde. Der Trauerzug war nicht als Demonstration angemeldet. Daher sei die Vermummung einiger Teilnehmer auch kein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz gewesen, hieß es.

Thomas Haller war im Alter von 55 Jahren an einem Krebsleiden gestorben. Er war führender Kopf der früheren Vereinigung Hooligans-Nazis-Rassisten "HooNaRa" und leitete zeitweilig den Ordnungsdienst beim Chemnitzer FC. Der Verein geriet massiv in die Kritik, nachdem es in seinem Stadion vor gut einer Woche zu einer Trauerbekundung für Haller gekommen und auf der Video-Leinwand dessen Porträt gezeigt worden war. Die aufwendige Choreographie war als Machtdemonstration der rechten Szene für ihren toten Kameraden im Stadion gedeutet worden.

Logo des Chemnitzer FC taucht bei Beerdigung auf

Gleich im Anschluss an Hallers Beerdigung erstattete der Chemnitzer FC Strafanzeige  wegen Missbrauchs seines Vereinslogos. Wie der Club auf seiner Homepage erklärte, seien bei Hallers Bestattung "unter Verwendung des offiziellen Vereinslogos des Chemnitzer FC Trauerbekundungen aufgetaucht". Dazu teilte der Verein mit, dass es keinen Beschluss des Chemnitzer FC e.V., der Chemnitzer FC Fußball GmbH oder deren Gesellschafter gebe: "Das Vereinslogo des Chemnitzer FC wurde widerrechtlich gebraucht", hieß es. Die Strafanzeige des CFC richtet sich gegen Unbekannt.

Fast zeitgleich mit dem Beerdigungsumzug begann in Dresden unter hohem Sicherheitsaufgebot der Prozess um die tödliche Messerattacke von Chemnitz. Der Neonazi Haller hatte nach dem Tod eines Deutschen am 26. August an rechtsradikalen Aufmärschen durch Chemnitz teilgenommen. Bei den Demonstrationen kam es zu Angriffen auf Flüchtlinge und ausländische Restaurants.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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