Panorama
Das Christentum ist für den 30-Jährigen ein Grund zum Töten.
Das Christentum ist für den 30-Jährigen ein Grund zum Töten.(Foto: dpa)
Freitag, 09. Februar 2018

Mord an afghanischer Christin: Afghane muss lebenslang ins Gefängnis

Im vergangenen April ersticht ein Afghane in Prien am Chiemsee eine Landsfrau. Das Motiv des Mannes ist ihr Übertritt zum Christentum. Dass sein Leben laut Verteidigung von "Gewalt, Blut und Tod" gezeichnet war, akzeptiert das Gericht nicht.

Das Landgericht Traunstein hat einen Mann muslimischen Glaubens für den Mord an einer Muslima, die zum Christentum übergetreten war, zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Da der Mann jedoch ausreisepflichtig war, wird er voraussichtlich nach Verbüßung einer jahrelangen Haft nach Afghanistan abgeschoben werden.

Der Mann hatte die 38 Jahre alte Frau im April 2017 an einem Supermarkt in Prien am Chiemsee vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne erstochen. Täter und Opfer stammen aus Afghanistan und kannten sich flüchtig.

Das Gericht folgte mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte dem 30-Jährigen vorgeworfen, er habe die Frau wegen ihrer Religionszugehörigkeit getötet.

Die Verteidigung hatte hingegen beantragt, auf die besondere Schwere der Schuld zu verzichten. Sie begründete dies unter anderem mit der "ganz außergewöhnlichen Lebenssituation" des Angeklagten. Der abgelehnte Asylbewerber sei von klein auf mit Gewalt, Blut und Tod konfrontiert gewesen. In seinem Schlusswort hatte sich der Angeklagte bei den Hinterbliebenen entschuldigt.

Quelle: n-tv.de