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Jahrestag des digitalen Helfers Akzeptanz der Corona-Warn-App steigt

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Am 16. Juni 2020 wurde die Corona-Warn-App veröffentlicht.

(Foto: picture alliance / Andreas Franke)

Die offizielle Corona-Warn-App ist für die Bundesregierung ein zentraler Bestandteil im Kampf gegen die Pandemie. Sie soll Nutzer warnen, falls diese Kontakt zu mutmaßlich Infizierten haben. Seit ihrer Veröffentlichung wächst ihr Anwendungsbereich kontinuierlich - und inzwischen auch die Zustimmung.

Ein Jahr nach der Vorstellung der offiziellen Corona-Warn-App können sich immer mehr Menschen in Deutschland vorstellen, der Anwendung auch ein positives Testergebnis anzuvertrauen. 72 Prozent derjenigen, die die App installiert haben oder dies planen, würden ein positives Ergebnis in der App teilen, geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervor. Im Januar waren es nur 62 Prozent. Damals hatte zudem ein Drittel (33 Prozent) eingeräumt, andere App-Anwender im Falle einer eigenen Infektion trotz der durch die App gesicherten Anonymität nicht warnen zu wollen. Dieser Anteil sank nun auf nur noch 22 Prozent.

Wie es weiter hieß, sorgt sich eine Mehrheit derjenigen, die ein positives Ergebnis nicht teilen würden, dass die eigenen Daten nicht anonym sind (79 Prozent). 35 Prozent aus dieser Gruppe wollen grundsätzlich keine Gesundheitsdaten teilen. Fünf Prozent sehen sich technisch außerstande.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes war am 16. Juni 2020 in den App-Stores von Apple und Google veröffentlicht worden. Seit dem vergangenen Dezember ist auch eine inoffizielle Version (Corona Contact Tracing Germany (CCTG)) verfügbar, die auch auf Android-Smartphones läuft, die nicht über Google-Dienste verfügen.

Mehr als 28 Millionen Downloads

In den ersten Monaten entwickelte sich die Verbreitung der offiziellen Corona-Warn-App sehr dynamisch: Im September 2020 hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 18 Millionen Downloads registriert. Danach flachte die Kurve deutlich ab. Zuletzt verzeichnete das RKI 28,3 Millionen Downloads. Allerdings bedeutet die Zahl wohl nicht, dass es sich dabei auch um genauso viele Nutzer handelt.

Bei der Bitkom-Umfrage sagten mehr als ein Drittel (36 Prozent), sie hätten die App installiert. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung wären das mehr als 29 Millionen. Weitere sechs Prozent planen demnach, dies künftig zu tun. Insgesamt 55 Prozent der Befragten nutzen die Corona-Warn-App nicht, wovon 22 Prozent kein Smartphone besitzen. Acht Prozent haben die Corona-Warn-App bereits wieder deinstalliert. Jeder Vierte (25 Prozent) hat generell kein Interesse.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, die App habe sehr wertvolle Dienste geleistet: "Sie funktioniert, sie ist kostenlos und sie schützt die persönlichen Daten optimal." Die Anwendung habe Menschenleben gerettet. Berg betonte, entscheidend sei, dass wirklich alle Nutzer ihre Testergebnisse über die App teilen. "Wir schlagen daher bei einem positiven Testergebnis eine automatische Warnmeldung mit Widerspruchsmöglichkeit vor. Das würde die Hürden für jeden Einzelnen senken und die Wirksamkeit der App weiter steigern."

Seit ihrer Veröffentlichung ist die App mehrfach um weitere Funktionen ergänzt worden. Wurde anfangs nur der Kontakt mit mutmaßlich Infizierten überprüft, konnten später auch private Treffen zur anschließenden Kontaktnachverfolgung gemanagt und Testergebnisse eingelesen werden. Zuletzt wurde die App um die Möglichkeit der Einbindung eines Impfzertifikats erweitert. Diese werden seit dem heutigen Montag in Impfzentren und ersten Apotheken erstellt und gelten als Nachweis der Immunisierung.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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