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"Wie es ist, ist es Wahnsinn"Anders, besser: Frankreich forstet nach den Bränden auf

12.08.2026, 16:59 Uhr
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Was von den Bränden übrig bleibt. (Foto: picture alliance / abaca)

Nach den verheerenden Bränden an der Atlantikküste steht Frankreich vor der Herausforderung, Millionen Tonnen Holz zu bergen und neue, klimaresistente Wälder zu schaffen. Wie soll das gelingen?

Nach den katastrophalen Waldbränden an der Atlantikküste steht Frankreichs Forstwirtschaft vor der schwierigen Aufgabe, etliche Millionen Tonnen an Holz aus den Wäldern herauszuschaffen und zu verarbeiten. Neben den durch die Brände beschädigten Pinienbäumen geht es auch um Bäume, die zum Anlegen von Brandschneisen in aller Eile gefällt wurden und mit den Flammen nicht in Berührung kamen.

Im Anschluss stellt sich die Frage, wie und mit welchen Baumsorten die riesigen Flächen wieder aufgeforstet werden. Es gelte, auch angesichts des Klimawandels, "einen anderen Wald neu zu pflanzen und wieder aufzubauen", so Präsident Emmanuel Macron.

Wie die Nationale Forstverwaltung (ONF) mitteilte, geht es unmittelbar nach Ende der Brände zunächst um das Sichern der Wälder, etwa indem umsturzgefährdete Bäume gefällt und Bereiche identifiziert werden, in denen ein Erdrutsch oder eine Überschwemmung drohen kann. Die zum Anlegen von Schneisen gefällten Bäume werden so schnell wie möglich aus den Wäldern an den Rand der Straßen gebracht und aufgestapelt, damit sie kein Futter für wieder aufflammende Brände sind, so der Direktor der forstwirtschaftlichen Genossenschaft (AFB), Benoît Fraud. Vom Straßenrand werden die Stämme zur Vermarktung in ein Lager transportiert.

Angebrannte Bäume werden verwertet

Die angebrannten Bäume würden für ihre weitere Verwertung von Experten begutachtet, denn in der Regel sei nur die Oberfläche, aber nicht der Stamm selbst verbrannt, erklärte die Forstverwaltung. Die Auswirkungen und oberflächlichen Spuren des Brandes könnten jedoch zu einer Einschränkung der Verwendungsmöglichkeiten führen. Manches lasse sich noch als Parkett- oder Bauholz oder für Paletten verwenden, anderes werde als Biomasse verfeuert. Voraussetzung ist allerdings, dass das Holz schnell geerntet wird, ansonsten drohe ein Befall mit Schimmel und Schädlingen.

Die Dringlichkeit stößt jedoch auf begrenzte operative Kapazitäten. "Es wird an Maschinen mangeln, und die Forstunternehmen werden in den kommenden Monaten überlastet sein", prognostiziert der Generalbevollmächtigte des Verbands privater Waldbesitzer, Jean de Falandre. Schon bei den Stürmen im Februar seien viele Bäume umgestürzt. In der Folge drohten Überkapazitäten, sinkende Absatzpreise und die Notwendigkeit, das Holz auch über Frankreich hinaus zu vermarkten.

An den Klimawandel anpassen

Wie die nationale Branchenorganisation der französischen Forst- und Holzwirtschaft (FBF) erklärt, bestätigten die Waldbrände die Notwendigkeit einer Anpassung der französischen Wälder an den Klimawandel. Ein "anderer Wald", wie Macron ihn bezeichnet, bedeute ein Wald, der an die klimatischen Bedingungen der Zukunft angepasst sei und gleichzeitig weiter seine ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen erfülle. Nötig seien mehr Brandschneisen, ein besserer Unterhalt der Wälder sowie eine Wahl von Baumsorten, die den örtlichen Bedingungen und einer zunehmenden Trockenheit gewachsen seien.

Schon die Pinienwälder, die an der Atlantikküste jetzt großflächig in Brand gerieten, waren nicht natürlich gewachsen, sondern künstliche Wälder, die im 19. Jahrhundert auf ehemaligen Mooren auf sehr kargem Boden angelegt wurden. Zum Unterhalt und Durchforsten dieser Wälder seien früher viel mehr Menschen im Einsatz gewesen, sagt Patrick Farlan, ein Rentner aus dem Brandgebiet: "Doch heute besteht ein Forstbetrieb aus einem einzigen Mann mit Maschinen."

Der Unterhalt des Waldes habe stark nachgelassen, was Brände begünstige. "Ich sehe deutlich, dass die Leute auf ihren Parzellen Kiefern bis direkt an den Straßenrand pflanzen - das ist Wahnsinn. Und das alles nur des Profits wegen."

Quelle: ntv.de, Michael Evers, dpa

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