Panorama

Polizei ermittelt in Schwerin Arzt infiziert: 200 Patienten in Quarantäne

imago0099641255h.jpg

Der Corona-Ausbruch in der Belegschaft einer Arztpraxis könnte strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

(Foto: imago images/rawf8)

Die Praxis ist den Behörden in Schwerin schon seit längerem bekannt. Arzt und Team sollen die Corona-Hygieneregeln zum Teil missachtet haben. Dann infizieren sich einem Bericht zufolge drei Mitarbeiter. Das hat Konsequenzen für zahlreiche Patienten.

In einem Ärztehaus in Schwerin könnten sich bis zu 200 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Stadt veröffentlichte am Wochenende auf ihrer Webseite eine Allgemeinverfügung, nach der für alle Menschen, die sich im Zeitraum vom 21. bis zum 28. April länger als zehn Minuten in der chirurgischen Praxis im Ärztehaus Weststadt aufgehalten haben, eine 14-tägige Quarantäne angeordnet wird.

Wie der NDR berichtet, sollen Mitarbeiter der Praxis weitergearbeitet haben, obwohl sie bereits Corona-Symptome hatten. Insgesamt sei bei drei Personen aus dem Team ein Nachweis auf Sars-CoV-2 erfolgt, darunter befinde sich auch der Arzt selbst. Möglicherweise gab es demnach sogar eine Anweisung, auf einen Mund-Nasen-Schutz zu verzichten, sagte der Sozialdezernent der Stadt, Andreas Ruhl, dem NDR. Falls sich dieser Verdacht bestätige, werde die Stadtverwaltung gegebenenfalls die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Körperverletzung einschalten, hieß es.

Schon am Freitag hatte das Gesundheitsamt Schwerin die schätzungsweise 200 Betroffenen aus Schwerin und Umgebung online dazu aufgerufen, sich vorsorglich in Quarantäne zu begeben. Zudem sollten sie am Montag von sich aus telefonisch oder per E-Mail Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen. Die Praxis-Patienten sollen sich im Testzentrum der Helioskliniken testen lassen. Die Schutzmaßnahme sei notwendig, da die Betroffenen als direkte Kontaktpersonen einer an dem Coronavirus erkrankten Beschäftigten der Arztpraxis gelten. Die Quarantäne gilt demnach bis zum 12. Mai 2021 um 24 Uhr.

Das Corona-Infektionsgeschehen um die Arztpraxis beschäftigt nun auch die Polizei. Die Stadt sei in Kontakt mit der Kriminalpolizei, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier am Samstagabend im NDR. "Deswegen wird wahrscheinlich auch die Staatsanwaltschaft tätig werden." Bereits in den vergangenen Monaten habe die Stadt Hinweise auf diese Praxis erhalten und Kontakt mit dessen Betreiber aufgenommen. "Man kann es Gefährderansprache nennen." Das Ordnungsamt habe kontrolliert, um auf die Einhaltung der Hygiene-Regeln hinzuweisen.

Laut dem aktuellen Datenstand des Robert-Koch-Instituts (02. Mai, 0 Uhr) beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz in Schwerin aktuell 135,9. Damit gilt auch in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern die "Bundes-Notbremse".

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.