Panorama

"Darf nicht zu Lockdown führen" Ärzte trotz vierter Welle nicht beunruhigt

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Wenn es nach Kassenärzte-Chef Gassen geht, bleiben die Restaurants offen. Man dürfe auf steigende Fallzahlen nicht überhastet reagieren.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen - trotzdem sind Kliniken und Ärzte nicht besorgt. "Corona wird für Geimpfte ungefährlicher", sagt Kassenärzte-Chef Gassen. Statt auf einen weiteren Lockdown setzen die Mediziner auf eine bessere Kommunikation in der Impfkampagne.

Ärzte und Krankenhäuser sehen trotz steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland keinen Grund zu besonderer Aufregung. "Corona wird für Geimpfte ungefährlicher, das sehen wir bislang an den Zahlen in Großbritannien und auch an den bisherigen Daten aus Deutschland. Impfen ist der beste Individual-Schutz", sagte Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Die vierte Welle darf und wird deswegen nicht zu einem vierten Lockdown führen."

Man benötige nun zusätzliche Parameter als die reine Fallzahl, so Gassen. "Es braucht einen Plan, wie genau die Länder und der Bund bei steigenden Infektionszahlen unter zusätzlicher Berücksichtigung weiterer Parameter reagieren, um überhastetes und unvorbereitetes Vorgehen nach altem holzschnittartigem Muster zu verhindern."

Die Vorbereitungen für eine vierte Welle müssten vor allem in den Schulen getroffen werden, wie die Nachrichtenseite berichtet. "Es ist niemandem mehr zu vermitteln, dass wir eineinhalb Jahre nach Corona die Schulen immer noch nicht fit haben für das neue Schuljahr", so Gassen. Dass sich jedes Kind impfen lassen sollte, hält Gassen nicht für notwendig. "Das geben die wissenschaftlichen Daten zumindest bisher nicht her."

"Bürger klüger zum Impfen motivieren"

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte dem RND: "Die weitere Entwicklung der Pandemie hängt maßgeblich an Impfquote und Impfgeschwindigkeit." Er sieht auch bei steigenden Inzidenzen anders als noch im Frühjahr keinen direkten Zwang zu Lockdowns, denn die besonders gefährdeten Gruppen seien weitgehend durchgeimpft.

Ulrich Weigeldt, der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, appellierte, die Bürgerinnen und Bürger klüger zum Impfen zu motivieren. "Die Frage sollte nicht sein, ob die vierte Welle den bisherigen Impferfolg bremst, sondern wie sehr unser Impferfolg eine vierte Welle bremsen kann. Ich vermisse in Deutschland eine Kommunikation, die motiviert durch positive Botschaften und nicht immer nur auf Katastrophenalarm setzt."

Quelle: ntv.de, spl

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