Panorama

Aufruhr in Afghanistan Autobombenanschlag tötet Dutzende Schüler

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Nach dem Anschlag warten Afghanen vor einem Krankenhaus auf ihre Angehörigen.

(Foto: dpa)

In einem Wohngebiet nahe Kabul detoniert eine massive Autobombe. Die Behörden berichten von bis zu 30 Toten. Der Großteil der Opfer seien Schüler, die für eine Uni-Aufnahmeprüfung angereist sind. Afghanistans Präsident Ghani gibt den Taliban die Schuld für den Anschlag.

Bei einem Anschlag mit einer Autobombe bei einem Gästehaus sind in Afghanistan mindestens 16 Menschen getötet worden. Weitere mindestens 65 seien bei dem Vorfall in der Provinzhauptstadt Pul-i Alam verletzt worden, sagte ein Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde. Elf der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand und seien in die Hauptstadt Kabul transportiert worden, sagte er weiter.

Provinzräte sprachen von noch höheren Opferzahlen. Hasibullah Stanaksai sagte, mindestens 25 Menschen seien getötet worden. Sein Kollege Karibullah Sadat sprach von mindestens 30 Toten. Der Großteil der Opfer seien Schüler, sagte Sadat weiter. Sie seien für die Aufnahmeprüfungen zur Universität in die Provinzhauptstadt gekommen. Viele weitere Opfer seien noch unter den Trümmern der Häuser gefangen, die bei der Explosion zerstört wurden. Auch ein Krankenhaus sei teilweise zerstört worden. Das Gebiet, in dem die Autobombe detonierte, sei ein Wohnviertel.

Präsident beschuldigt Taliban

Polizeisprecher Gul Haidar Ahmadi sagte, eine Rettungsaktion für die unter den Trümmern Gefangenen sei am Laufen. An dieser seien Polizei, Militär und Geheimdienst beteiligt. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. Warum der Ort zum Ziel des Anschlags gewählt wurde, blieb zunächst unklar.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani beschuldigte in einer Mitteilung die militant-islamistischen Taliban. Er verurteilte den Anschlag und erklärte, dass die Taliban selbst im Monat Ramadan, der ein Monat der Barmherzigkeit und Vergebung sei, nicht aufhörten, Menschen zu töten. Die Islamisten würden so beweisen, dass sie nicht den Willen hätten, die anhaltende Krise friedlich zu lösen.

Die afghanische Regierung und die Taliban führen seit September Friedensgespräche im Golfemirat Katar. Diese waren allerdings zuletzt ins Stocken geraten. Die Gewalt im Land dauert an. Der Anschlag erfolgte kurz vor dem offiziellen Beginn des Abzugs der internationalen Truppen, die die Regierung unterstützen, aus Afghanistan.

Quelle: ntv.de, lri/dpa

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