Panorama

"Rollender Botschafter" enthüllt Bahn geht gegen Maskenverweigerer vor

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Dieser ICE soll Fahrgästen das Maskentragen ins Gedächtnis rufen.

(Foto: dpa)

Der Deutschen Bahn ist es ein Anliegen, dass sich Fahrgäste trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen in den Zügen sicher fühlen. Deswegen setzt der Konzern auf mehr Platz und Kontrolle. Bei einem Aktionstag werden nun explizit Menschen, die keine Maske tragen, ins Visier genommen.

Hunderte Bundespolizisten und Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn kontrollieren in ganz Deutschland schwerpunktmäßig die Einhaltung der Maskenpflicht in Regional- und Fernzügen sowie Straßen-, S- und U-Bahnen. Schon vergangene Woche hatte der bundeseigene Konzern angekündigt, die Kontrollen im Dezember noch einmal verstärken zu wollen. Täglich soll in bis zu 50 Prozent der Fernzüge kontrolliert werden. Damit verdopple die Bahn ihre Kontrollen im Fernverkehr. Die täglichen Kontrollen in den Regionalzügen und auf den Bahnhöfen würden unverändert fortgeführt.

Mit dem heutigen Aktionstag will die Bahn erneut auf das Thema aufmerksam machen."Wir haben sicherlich über 2000 Kolleginnen und Kollegen von der DB Sicherheit im Einsatz", sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. "In jedem zweiten Zug wird das Tragen der Maske auch kontrolliert." Auch die Bundespolizei setze zu diesem Zweck 6000 Beamte ein, sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann.

Die Bahn betont stets, dass ein Großteil der Fahrgäste sich an die Maskenpflicht halte. "Inzwischen sind Verstöße die absolute Ausnahme", sagte Huber. Bei mehr als 99 Prozent der Kunden gebe es nichts zu beanstanden. Lediglich bei einem Prozent müssten die Polizisten und Sicherheitsmitarbeiter tätig werden. "Wir haben im Einzelnen seit September dieses Jahres bis einschließlich das vergangene Wochenende in der Bahn etwa 200.000 Personen angetroffen, die keine Maske trugen", sagte Romann. Davon seien bei 3600 Fahrgästen die Personalien aufgenommen und an die Gesundheitsämter weiter geleitet worden, sodass Bußgelder fällig würden. In 500 Fällen mussten die kontrollierten Personen am nächsten Bahnhof aussteigen.

Viel zu tun haben die Einsatzkräfte derzeit allerdings nicht, wie sich beispielhaft an einer Regionalfahrt am Vormittag vom Berliner Hauptbahnhof zum neuen Hauptstadt-Flughafen BER zeigte. Im Zug saßen nur wenige Fahrgäste, die meisten trugen ihre Mund-Nasen-Bedeckungen korrekt. Notiert oder gar des Zuges verwiesen wurde niemand. Auch im Fernverkehr ist derzeit wenig los. Laut Bahn liegt die Auslastung aktuell bei maximal 25 Prozent.

"Es gibt mehr Angebot bei weniger Reisenden"

Damit das auch über die Weihnachtstage so bleibt, stockt die Bahn ihr Angebot auf. Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember kommen 15 neue ICE-4-Züge auf die Strecke und damit rund 13.000 zusätzliche Sitzplätze. Zudem will der bundeseigene Konzern 100 Sonderfahrten in der Weihnachtszeit anbieten. "Es gibt mehr Angebot bei weniger Reisenden, um das Ganze zu entzerren", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer. Ob zur Finanzierung dieses zusätzlichen Angebots weitere Hilfen seitens des Bundes nötig werden, sagte Bahnvorstand Huber nicht.

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Aus dem Konjunkturpaket, das die Bundesregierung während des ersten Lockdowns im Frühjahr geschnürt hatte, soll die Bahn bereits fünf Milliarden Euro für die Einbußen in der Corona-Krise erhalten. Die Hilfe muss aber noch von der EU-Kommission genehmigt werden. "Wenn wir gerade mal eine Auslastung von 25 Prozent haben und das an den stärksten Tagen, dann hat das wirtschaftliche Auswirkungen", betonte Scheuer. Auch der Flugverkehr verzeichne massive Nachfrageeinbußen. "Das heißt, nach der Krise müssen wir alle Kräfte zusammen bündeln, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein und diese schweren Verluste auszugleichen."

Am Berliner Hauptbahnhof präsentierten Scheuer, Huber und Romann unterdessen einen ICE, der jeweils an den Endwagen mit einer Maske beklebt ist. Er solle in den kommenden Wochen "als rollender Botschafter für die Maskenpflicht und sicheres Reisen mit der Bahn" auf verschiedenen Strecken fahren, teilte die Bahn mit.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP