Feuer im Hohen VennBehörde gibt trotz Brandgeruch in Aachen Entwarnung

Der Brand im belgischen Naturschutzgebiet rückt zwar nicht weiter an die deutsche Grenze heran, der Brandgeruch zieht aber bis in den Raum Aachen. Anwohner sorgen sich um gesundheitliche Gefahren. Experten rufen trotz offizieller Entwarnung zu Vorsichtsmaßnahmen auf.
Trotz des weithin wahrnehmbaren Brandgeruchs auch auf deutscher Seite wegen des anhaltenden Großfeuers im Naturschutzgebiet Hohes Venn gibt es eine Entwarnung für die angrenzende Städteregion Aachen: Die gemessenen Schadstoffkonzentrationen in der Luft liegen alle unterhalb der Orientierungs- und Grenzwerte für schwere gesundheitliche Auswirkungen, wie die Städteregion mitteilte.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) Nordrhein-Westfalen habe an zahlreichen Orten mit zwei Messfahrzeugen kontrolliert, etwa im Bereich von Kitas, Altenheimen, Arztpraxen und Krankenhäusern. Allgemein würden bei Waldbränden natürlich Luftschadstoffe freigesetzt, stellte die Behörde fest. Bei den Messungen sei insbesondere eine erhöhte Belastung bei Feinstaub registriert worden.
Auch wenn viele Menschen durch den Brand auf der belgischen Seite des Hohen Venns verunsichert seien, gelte aber: "Die Geruchwahrnehmungsschwelle ist bei Brandgasen sehr niedrig, so dass sie früh und lange geruchlich wahrgenommen werden können, ohne dass möglicherweise gefährliche Konzentrationen erreicht werden." Allerdings sei Brandgeruch nie gesund, mahnte das LANUK. Daher würden vorsorgliche Empfehlungen, wie Fenster und Türen möglichst geschlossen zu halten und Aktivitäten im Freien zu reduzieren, aufrechterhalten.
Lage bleibt kompliziert
Der massive Waldbrand in Belgien nahe der Grenze zu Deutschland ist nach Behördenangaben "eingekreist" worden. Die Flammen breiteten sich nicht weiter in Richtung Deutschland aus, sagte der Leiter der Krisenkommunikation der Provinz Lüttich, Tony Hosmans. Die Lage bleibe allerdings "kompliziert", fügte Hosmans hinzu. Der Brand sei an mehreren Stellen in dem Naturschutzgebiet wieder aufgeflammt.
Im Tagesverlauf solle das Feuer unter Kontrolle gebracht werden, sagte Hosmans weiter. "Wenn möglich" solle dies mit Unterstützung aus der Luft geschehen. Unter anderem die Bundeswehr hatte am Montag zwei Hubschrauber mit Löschwasserbehältern in das Gebiet geschickt. Das Feuer ist der größte Waldbrand in Belgien seit dem Jahr 1911. In Monschau in Nordrhein-Westfalen mussten wegen des Brandes zeitweise zwei Straßenzüge mit etwa 30 Bewohnern evakuiert werden. Am Dienstag hatte die Gemeinde vor "gesundheitlichen Gefahren" infolge der Rauchentwicklung durch den Brand im Nachbarland gewarnt.