Panorama

DNA-Spuren im TatfahrzeugBericht: Abdul Ballout war schon als Schüler aggressiv

29.07.2026, 13:01 Uhr
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Bei dem Terroranschlag am Rande des CSD tötete Abdul Ballout eine Frau und verletzte 31 Menschen teils schwer. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Ein Medienbericht enthüllt neue Details zur Vergangenheit des CSD-Attentäters Abdul Ballout: Der spätere Islamist sei bereits seit der ersten Klasse aufgefallen, doch die Familie habe nicht mit den Lehrern kooperiert. Und auch bei den laufenden Ermittlungen gibt es neue Erkenntnisse.

Der Täter des islamistischen Anschlags am Rande des CSD ist einem Medienbericht zufolge schon als junger Schüler mit aggressivem Verhalten aufgefallen. Wie die "Berliner Morgenpost" schreibt, wurden über Abdul Ballout bereits ab der ersten Klasse Vermerke wegen seines Verhaltens erstellt. Die Eltern hätten nicht mit den Lehrern kooperiert. Die Grundschule wechselte er demnach zweimal, danach besuchte er eine weiterführende Schule in einem Förderzentrum.

Ballout hatte dem Bericht zufolge Schwierigkeiten auch im emotionalen und sozialen Bereich und Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. Er habe sich in der Folge zu einem Schulverweigerer entwickelt. Die Schule verließ er ohne Abschluss.

"Staatliche Hilfen stoßen an Grenzen"

Die Senatsverwaltung für Bildung bestätigte auf Anfrage den "Morgenpost"-Bericht hinsichtlich der Fakten zu Abdul Ballouts Schulzeit. "Demnach wurde die betreffende Person im Berliner Schulsystem beschult, es wurden bereits früh Unterstützungs- und Förderbedarfe festgestellt, und sie verließ die Schule ohne Schulabschluss", schrieb die Senatsverwaltung.

"Der Fall zeigt, dass Problemlagen offenbar bereits früh erkannt worden sind. Gleichzeitig macht er deutlich, dass staatliche Hilfen an Grenzen stoßen können, wenn eine notwendige Mitwirkung des familiären Umfelds ausbleibt", sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. "Wir müssen deshalb offen darüber sprechen, ab welchem Punkt bei einer erheblichen Kindeswohlgefährdung der Schutz des Kindes stärker zu gewichten ist als das Elternrecht."

Wagen selbst gesteuert

Ermittler haben inzwischen DNA-Spuren von Abdul Ballout in dem Tatwagen gefunden, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte. Es seien keine weiteren DNA-Spuren in dem Fahrzeug entdeckt worden. Somit sei klar, dass Ballout den Wagen höchstwahrscheinlich gesteuert habe.

Bei dem Terroranschlag am Rande des CSD am Samstag wurde eine Frau getötet und 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der Täter Abdul Ballout soll auch eine Machete benutzt haben. Er wurde am Tag nach dem Anschlag von Polizisten erschossen, die ihn gestellt hatten. Auf seinem Handy wurde nach Angaben der Bundesanwaltschaft ein Bekennervideo gefunden, in dem eine vermummte Person, mutmaßlich Ballout selbst, einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) leistet.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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