Panorama

Drogenrazzia im Ruhrgebiet Boss des Miri-Clans entkommt Ermittlern

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Insgesamt nahm die Polizei sieben Verdächtige fest.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Schlag gegen die organisierte Kriminalität: Nach monatelangen Ermittlungen nimmt die Polizei in NRW mehrere Führungsfiguren des Miri-Clans fest. Der Kopf der Gruppe kann sich dem Zugriff der Fahnder allerdings entziehen.

Bei einer Razzia im Ruhrgebiet haben Ermittler am Morgen mehrere Mitglieder der kriminellen Führungsebene des Miri-Clans festgenommen. Der 35 Jahre alte Clan-Chef habe sich allerdings nach Spanien abgesetzt und konnte dort nicht wie geplant festgenommen werden, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Manthei in Dortmund. Nach ihm werde weiter mit internationalem Haftbefehl gesucht.

NRW-Innenminister Herbert Reul lobte nach der Razzia die Arbeit der Ermittler. "Ein weiteres Mal geht der Rechtsstaat als Gewinner vom Platz", sagte Reul. Die Polizei habe dem kriminellen Teil des Clans "ins Mark getroffen." Der CDU-Politiker betonte: "Kriminelle Clans können sich nirgendwo sicher fühlen. Wer in Nordrhein-Westfalen in der organisierten Kriminalität unterwegs ist, den kriegen wir."

Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Kokain-Händler läuft den Angaben der Ermittler seit Oktober 2020. Nach umfangreichen Auswertungen verschlüsselter Chats, mit denen sich die Bandenmitglieder über ihre Drogengeschäfte ausgetauscht haben sollen, erfolgte am Morgen der Zugriff. 21 Objekte wurden durchsucht, ein Großteil davon in Dortmund, aber auch in Bochum und Werl. Der kriminellen Bande wird bandenmäßiger Handel mit Kokain vorgeworfen. Dafür sollen sie in Dortmund und Werl jeweils ein Zwischenlager betrieben haben. Die Drogen sollen sie selbst hergestellt und als angeblich peruanisches und damit gewinnbringenderes Kokain weiter verkauft haben.

Insgesamt seien sieben Männer im Alter zwischen 26 und 45 Jahren festgenommen worden. Ein ebenfalls mutmaßlich an den Drogengeschäften beteiligter Bruder des Clan-Chefs war heute aus Albanien ausgeliefert worden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass es weitere Personen gibt, die zur Bande gehören. Dazu zählen neben einem nicht identifizierten "Drogen-Koch" auch der 35 Jahre alte Clan-Chef, der sich bereits im März mitsamt seines Luxusautos nach Spanien abgesetzt haben soll. Trotz großer Anstrengungen auch der Kollegen vor Ort sei es bisher nicht gelungen, den Mann dort festzunehmen. Man sei zuversichtlich ihn zeitnah verhaften zu können, sagte die Einsatzleiterin der Polizei, Annette Henning.

Der libanesisch-stämmige Miri-Clan mit seinen kriminellen Strukturen ist bereits seit einigen Jahren im Visier der Dortmunder Polizei, wie die Henning erläuterte. Bereits 2015 hatten demnach konkurrierende Gruppen in Dortmund um die Vorherrschaft beim Kokainhandel gekämpft, darunter auch Mitglieder des Miri-Clans. 2018 und 2019 habe es dann gewaltsame Auseinandersetzung mit den Bandidos und dem Clan gegeben.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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