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Polizei ermittelt wegen Nötigung Busfahrer drängt Schüler: Masken ab!

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Im öffentlichen Nahverkehr gilt Maskenpflicht.

(Foto: imago images/Stefan Zeitz)

In sozialen Netzwerken verbreitet sich das Gerücht, Masken könnten gefährlich für Kinder sein. Ein Busfahrer in Thüringen sieht sich deshalb genötigt, ein "Zeichen zu setzen". Nun ermittelt die Polizei.

Die Polizei ermittelt gegen einen Busfahrer, der Schüler im Kreis Sömmerda in Thüringen aufgefordert hatte, ihren Mund-Nasen-Schutz abzulegen. Dem 38-Jährigen werde Nötigung vorgeworfen, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Der Mann hatte Ende September ein Video in einem Schulbus auf der Fahrt nach Kölleda gedreht und im Internet hochgeladen. Darin ist zu hören, wie er die Kinder auffordert, ihre Masken abzulegen und so ein "bundesweites Zeichen" zu setzen. Der Mann behauptet, dass zwei Kinder durch das Tragen einer Maske gestorben seien.

Über den Fall des Busfahrers hatte zuvor die "Thüringer Allgemeine" berichtet. Die Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda erklärte, dass sie sich von dem Fahrer wegen "einiger Ungereimtheiten" getrennt habe. Es sei einfach unmöglich, wenn Erwachsene die Kinder in Zwiespalt brächten, teilte das Unternehmen mit. Der betreffende Fahrer sei erst im September eingestellt worden.

Die Polizei hatte bereits Anfang Oktober vor dem Video gewarnt. Die Diskussion, ob Masken das Kindeswohl gefährden, wurde durch mehrere Falschmeldungen in sozialen Netzwerken entfacht. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte teilte daraufhin mit, es sei "unmöglich", dass ein gesundes Kind durch das Tragen einer Alltagsmaske ums Leben komme.

Quelle: ntv.de, chr/dpa