Panorama

Langsam und ohne Zeitplan China tastet sich wohl an Lockerung der Covid-Politik heran

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Pekings Testregime geht ins Geld - die Zahl der PCR-Teststationen könnte langsam gesenkt werden.

(Foto: picture alliance / CFOTO)

Das bevölkerungsreichste Land der Welt hält Corona allein mit immer neuen Lockdowns für Millionen Menschen in Schach. Das geht auf Dauer ins Geld. Nun bröckelt offenbar die Front der Befürworter dieser strikten Linie. Die Partei sucht fieberhaft nach einem Ausweg - und nähert sich ganz behutsam ersten Lockerungen.

Die chinesische Führung erwägt nach Angaben aus informierten Kreisen nach fast drei Jahren strenger Pandemie-Beschränkungen erste Schritte zu einer Öffnung, geht dabei aber langsam vor und hat keinen Zeitplan festgelegt. Wie mit den Diskussionen vertraute Personen berichten, sind Regierungsvertreter besorgt über die Kosten des Null-Toleranz-Ansatzes, der zur Abriegelung von Städten und Provinzen geführt hat.

Sie wägen dabei die möglichen Kosten einer Wiedereröffnung für die öffentliche Gesundheit und die Unterstützung der Kommunistischen Partei gegeneinander ab. Infolgedessen gingen sie trotz der sich verstärkenden Auswirkungen der Covid-Maßnahmen vorsichtig vor, hieß es. Sie weisen aber darauf hin, dass es noch ein langer Weg sei, bis die Wirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreiche. Das könnte sich bis Ende 2023 hinziehen.

Die Ungewissheit über Chinas Covid-Strategie hat auf den Finanzmärkten zu einem Ratespiel geführt, bei dem manche Akteure nach Anzeichen dafür Ausschau hielten, dass China mit der Lockerung seiner Covid-Politik beginnen würde. Der Kongress der Kommunistischen Partei Chinas im Oktober wurde als möglicher Wendepunkt im Kampf gegen Covid angesehen, doch hat sich an der Vorgehensweise des Landes bei der Eindämmung der Krankheit wenig geändert.

Am Samstag hatten Vertreter der Nationalen Gesundheitskommission Chinas ihr Engagement für eine entschlossene Null-Covid-Strategie bekräftigt, die sie als wesentlich für den Schutz des Lebens der Menschen bezeichneten.

Bald nur noch sieben Tage Hotelquarantäne?

Bei der Lockerung der Grenzkontrollen für Reisende aus dem Ausland könnte es einige Fortschritte geben. Peking wird wahrscheinlich die Dauer der Hotelquarantäne, die von ankommenden Reisenden verlangt wird, bis Anfang nächsten Jahres reduzieren, und zwar auf sieben Tage, sagen Personen, die an den Gesprächen beteiligt waren.

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Im Inland haben Regierungsbeamte die Einzelhandelsunternehmen darüber informiert, dass die Häufigkeit der PCR-Tests noch in diesem Monat reduziert werden könnte, zum Teil wegen der hohen Kosten von Massentests, wie die mit der Angelegenheit vertrauten Personen sagten. Die Regierung plane, die Tausende von PCR-Teststationen, die im Rahmen einer Kampagne im ganzen Land eingerichtet wurden, unter Verweis auf die Kosten zu reduzieren.

Zugleich sei es für die Führung schwierig, in diesem Jahr umfassendere Lockerungsmaßnahmen zu verabschieden. Viele der Maßnahmen würden beibehalten. Das Land werde weiterhin aggressiv vorgehen, um selbst kleine Ausbrüche durch Massentests und Abriegelungen zu bekämpfen, hieß es weiter. Die Menschen müssten nach wie vor Gesundheitscodes auf ihren Telefonen eingeben, um öffentliche Räume zu betreten, und Reisende, die in das Land einreisen, müssten sich Quarantänen und Covid-Tests unterziehen.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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